Kyiv und das Kyiver Gebiet standen in dieser Nacht erneut unter einem massiven russischen Angriff. Derzeit ist von 12 Toten die Rede. Diese Zahl kann leider noch steigen. Mein aufrichtiges Beileid gilt den Angehörigen und Nahestehenden derjenigen, die bei einem weiteren terroristischen Angriff der Russischen Föderation ums Leben gekommen sind, sowie allen, die durch die russischen Angriffe zu Schaden gekommen sind. Der morgige Tag wurde in der ukrainischen Hauptstadt zum Trauertag erklärt.
Es flog buchstäblich alles: ballistische Raketen, Zirkon-Raketen, Kalibr-Marschflugkörper, strahlgetriebene Drohnen, die immer mehr zur wichtigsten russischen Waffe bei Angriffen auf die ukrainischen Regionen werden. Kinderkrankenhäuser und Wohnhäuser wurden beschädigt. Noch immer befinden sich Menschen unter den Trümmern eines dieser Häuser, das von den Russen getroffen wurde. Und wir sehen, dass es sich um eine Verbindung von Luftterror mit dem Versuch handelt, der Infrastruktur größtmöglichen Schaden zuzufügen.
Das betrifft übrigens nicht nur Kyiv und das Kyiver Gebiet, die heute einem derart massiven Angriff ausgesetzt waren, der praktisch die ganze Nacht andauerte. Auch aus dem Süden des Gebiets Odesa werden Probleme mit der Energieversorgung gemeldet, ebenso wie in der ukrainischen Hauptstadt. Auch das Gebiet Odesa stand unter einem massiven Angriff der Russen. Und wir müssen daran denken, dass Angriffe auf Kyiv und das Kyiver Gebiet in der Regel auch von Angriffen auf andere Regionen der Ukraine begleitet werden.
Wir haben bereits mehrfach darüber gesprochen, welche Ziele die Russische Föderation mit diesen massiven Angriffen verfolgt, für die ein Arsenal an Raketen und Drohnenwaffen zusammengetragen wird. Es geht in erster Linie um Luftterror, um die Einschüchterung der Bürger der Ukraine, um den Versuch, sie davon zu überzeugen, dass nur eine Kapitulation vor Russland ein Ausweg aus dieser Situation sein könne.
Die Russen setzen ernsthaft darauf, dass die Ukrainer von der ukrainischen Führung genau eine solche Kapitulation verlangen werden. Das ist eine der Hauptaufgaben Präsident Putins vor dem Hintergrund der Unfähigkeit seiner Armee, die Kontrolle über einen größeren Teil des ukrainischen Territoriums zu erlangen. Putins Antwort auf diese Unfähigkeit ist Terror gegen die Zivilbevölkerung, der Versuch, diese Zivilbevölkerung davon zu überzeugen, dass Kapitulation das einzige Mittel gegen den Terror sei.
Und natürlich sind Angriffe auf die zivile Infrastruktur ebenfalls Teil dieser russischen Taktik. Manch einer mag sagen, dass die Russen in Wirklichkeit Objekte des militärisch-industriellen Komplexes in der Ukraine suchen und finden, so wie es die ukrainische Armee bei ihren Angriffen auf russisches Territorium tut. Aber das wäre aus einem einfachen Grund nur eine Halbwahrheit. Ein großer Teil der Möglichkeiten der ukrainischen Armee hängt gerade mit ausländischer Hilfe zusammen. Russland kann die technischen Möglichkeiten der Streitkräfte der Ukraine physisch nicht zerstören, solange es nicht mit massiven Angriffen auf das Territorium europäischer Länder beginnt.
Ja, ich habe praktisch keinen Zweifel daran, dass die Russen Pläne für einen hybriden Krieg mit Raketen- und Drohnenangriffen auf das Territorium der Länder der Europäischen Union und Großbritanniens ausarbeiten. Aber wir verstehen, dass selbst für sie ein solches Vorgehen ein enormes Risiko darstellt, denn ein Konflikt eines Atomstaates mit einem nuklearen Bündnis wäre der Beginn eines Dritten Weltkriegs mit Folgen, die nicht nur für das Opfer, sondern auch für den Aggressor unvorhersehbar wären. Und in Moskau ist man sich dessen sehr wohl bewusst, weshalb man sich zumindest derzeit noch auf Drohungen gegen die Europäer beschränkt.
Und wenn man sich auf Drohungen beschränkt, bedeutet das, dass Angriffe auf den ukrainischen militärisch-industriellen Komplex nicht die Ergebnisse bringen können, mit denen die Russen rechnen könnten. Sie rechnen auch nicht damit. Für sie ist die zivile Infrastruktur das Wichtigste. Im Kreml versteht man sehr wohl, dass die russische Armee durch diese Angriffe nicht schneller auf ukrainischem Boden vorankommen wird. Aber der Glaube daran, dass es weitaus effektiver ist, Menschen einzuschüchtern, als neue ukrainische Gebiete zu besetzen und dort bereits eine Ordnung des Terrors am Boden zu errichten, bleibt natürlich ein wichtiger Bestandteil der Herangehensweise der Kremlführung an diesen grausamen und ungerechten Krieg.
Und natürlich muss die Antwort auf solche Angriffe in weiteren Versuchen bestehen, das militärisch-technische Potenzial der Russischen Föderation zu zerstören, Abschussvorrichtungen für ballistische Raketen zu zerstören, Produktionsstätten russischer Raketen sowie all jene Komponenten zu zerstören, die den Russen dabei helfen, Kalibr-, Zirkon-Raketen und andere Instrumente für Angriffe auf die Zivilbevölkerung der Ukraine herzustellen. Und natürlich muss unter den gegenwärtigen politischen Bedingungen, in denen niemand weiß, wann ein neuer Krieg im Nahen Osten oder nun bereits auf der koreanischen Halbinsel beginnen wird, die Suche nach Mitteln zur Abwehr ballistischer Raketen fortgesetzt werden.
Das ist natürlich eine ziemlich schwierige Aufgabe. Aber man sollte daran denken, dass Patriot-Raketen sowohl bei unseren europäischen Partnern als auch in vielen Ländern des Globalen Südens vorhanden sind. Und längst nicht jedes dieser Länder muss davon ausgehen, schon morgen zum Schauplatz eines neuen militärischen Konflikts zu werden. Daher müssen natürlich die diplomatischen Bemühungen um die Suche nach neuen Abfangraketen fortgesetzt werden, die auch mit dem amerikanischen Kurs als einem wichtigen Aspekt der Unterstützung verbunden sein müssen, denn nach einer gewissen Zeit werden in den Vereinigten Staaten bereits die eigentlichen Wahlkampfveranstaltungen beginnen, und Donald Trump wird die Wähler davon überzeugen müssen, dass er der Ukraine hilft. All diese Bemühungen müssen also nach jedem solchen großen Angriff fortgesetzt und intensiviert werden.
Die Welt muss sehen, dass Russland nicht einfach einen Kurs des Luftterrors gegen die Zivilbevölkerung unseres Landes, gegen Kyiv, gegen andere ukrainische Städte und Ortschaften eingeschlagen hat, sondern dass es diesen Terror immer weiter verstärkt. Wie es bei totalitären Diktaturen immer der Fall ist, berauscht sich Putins Diktatur an Straflosigkeit und Blut, und ihren Drang zu bombardieren und zu töten kann man nur durch eine angemessene Antwort und durch ausreichende Möglichkeiten zum Schutz der Ukraine vor der Fortsetzung dieser terroristischen russischen Angriffe eindämmen.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Масована атака на Київ та Київщину |Віталій Портников. 20.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 20.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:
Original ansehen
Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.