Der Leiter der Besatzungsverwaltung der Krim, Sergej Aksjonow, hat die vollständige Einstellung des Treibstoffverkaufs auf dem von Russland annektierten Gebiet der Halbinsel bekannt gegeben.
Treibstoff wird nun weder in Warteschlangen noch über die von den örtlichen Verwaltungen zuvor eingeführten Sondergutscheine erhältlich sein. Er wird ausschließlich staatlichen Diensten zugeteilt.
Zu dieser Entscheidung sah sich die Marionettenregierung der Krim nach ukrainischen Angriffen gezwungen – sowohl auf Ziele auf dem besetzten Gebiet der Halbinsel selbst als auch auf Objekte in unmittelbarer Nähe der Kertsch-Brücke, insbesondere auf ein Treibstofflager nahe dieser von den Russen errichteten Anlage. Diese war geschaffen worden, um die Logistik ihrer Besatzungstruppen auf der Halbinsel zu verbessern, die vor allem dazu dienen, die russische Armee zu unterstützen, die ihre aggressiven Handlungen auf dem Festland der Ukraine fortsetzt.
Somit können wir von einer tatsächlichen logistischen Katastrophe auf dem Gebiet der Krim sprechen. Es gibt keinen Treibstoff, es gibt keinen Strom. Die Stromversorgung wird auf der Krim derzeit nur unter großen Schwierigkeiten wiederhergestellt. Und trotz aller optimistischen Berichte der Vertreter der örtlichen Besatzungsverwaltung und der russischen Propagandisten wird offensichtlich, dass die Krim immer stärker in eine vollständige Isolation vom Besatzerstaat gerät. Die Kertsch-Brücke, praktisch die einzige relativ sichere Route für die Versorgung mit Treibstoff und anderen Gütern, bleibt zugleich ein riskanter Verkehrsweg, weil die Explosion eines einzigen Tanklasters auf der Brücke zu ihrer endgültigen Beschädigung und Außerdienststellung führen könnte.
Dann würde sowohl die Eisenbahnverbindung zwischen Russland und der besetzten Krim als auch die Möglichkeit der Anreise auf die Halbinsel selbst mit Privatfahrzeugen enden. Die Krim befindet sich in einer echten Falle. Und in diesem Zusammenhang lohnt es sich, an eine ganze Reihe russischer Niederlagen im Zusammenhang mit der besetzten Halbinsel zu erinnern.
Man sollte daran erinnern, dass Russland stets versucht hat, seine Präsenz auf dem ukrainischen Boden auch nach der Ausrufung der ukrainischen Unabhängigkeit zu sichern. Bereits unter Boris Jelzin, dem ersten Präsidenten der neu gegründeten Russischen Föderation, setzte die russische Führung Kyiv unter Druck, um die Stationierung der Schwarzmeerflotte im ukrainischen Sewastopol festzuschreiben. Mehr noch: Ohne eine Zustimmung der Ukraine verschob Jelzin seinen Besuch in Kyiv sowie die Unterzeichnung des sogenannten Großen Vertrages zwischen Russland und der Ukraine, der den Respekt vor der territorialen Integrität beider Staaten festschreiben sollte.
Später, als deutlich wurde, dass die Laufzeit des früheren Schwarzmeerflotten-Abkommens auslief, begann Russland, die neue ukrainische Führung zu erpressen. Dies endete 2010 damit, dass der damalige Präsident der Ukraine, Viktor Janukowytsch, mit seinem russischen Amtskollegen Dmitri Medwedew einen Knebelvertrag über die Verlängerung der Stationierung der Schwarzmeerflotte unterzeichnete. Dieser machte das russische Militärkontingent auf der Krim faktisch zu einer Besatzungsmacht und zu einem Destabilisierungsfaktor für das gesamte Schwarze Meer.
Im Jahr 2014 folgte dann die Besetzung und Annexion der Krim, um die Halbinsel als Brückenkopf für einen Vormarsch in der Ukraine zu nutzen und zugleich den russischen Druck auf die europäischen NATO-Staaten im Schwarzmeerraum zu verstärken.
Doch all dies erwies sich als ein großer Mythos. Nach Beginn des russisch-ukrainischen Krieges demonstrierten die ukrainischen Streitkräfte ihre Fähigkeit, die Schwarzmeerflotte mitsamt ihren Basen und Schiffen direkt in Sewastopol zu treffen. Sie erinnerten daran, dass die Krim für Russland niemals ein Ort des Sieges, sondern stets ein Ort der Niederlage und der Schande gewesen ist. Dass schon die geografische Lage der Krim keinerlei natürliche Verbindung zur Russischen Föderation vorsieht.
Mehr noch: Die Krim hat zu diesem aggressiven Staat keinerlei zivilisatorische oder historische Beziehung. Für die Russen besitzt sie lediglich als Schauplatz ihrer ständigen beschämenden Niederlagen Bedeutung. Und genau das erleben die Russen auch jetzt wieder vor ihren erstaunten Augen, weil sie ihre wahre Geschichte weder kennen noch kennen wollen.
Es geschieht also das, was immer geschehen ist. Die Schwarzmeerflotte der Russischen Föderation hat sich von einem Besatzungskontingent auf ukrainischem Boden und in einer ukrainischen Stadt in eine Schar von Flüchtenden verwandelt, die sich nun in Noworossijsk vor ukrainischen Angriffen versteckt. Die Krim selbst wird mit jedem neuen ukrainischen Schlag gegen Ziele auf der Halbinsel und in den angrenzenden Gebieten – sowohl im besetzten Teil der Ukraine als auch auf dem Territorium der Russischen Föderation – immer stärker von dem Staat isoliert, der sie besetzt und annektiert hat.
Es wird offensichtlich, dass das weitere Schicksal der Krim davon abhängt, ob die russische politische Führung die Notwendigkeit erkennt, ihre eigenen Fehler und ihre eigene Verfassung zu korrigieren, die vom russischen Präsidenten Wladimir Putin durch die Aufnahme ukrainischer Gebiete in ihren Text zu einem bloßen Lappen gemacht wurde.
Und es ist offensichtlich, dass Russland diese Gebiete zwar vorerst noch mit seinen Streitkräften kontrollieren kann, aber nicht mehr in der Lage ist, ihre Logistik sicherzustellen. Mit dem Verlust der Logistik für Gebiete wie die Krim geht zugleich auch die Logistik der Streitkräfte der Russischen Föderation verloren, die ihren Vormarsch auf ukrainischem Boden fortsetzen sollen.
Es bleibt nur, den Streitkräften der Ukraine weitere erfolgreiche Angriffe zu wünschen – sowohl auf die Krim als auch auf andere Gebiete der Russischen Föderation sowie auf die von ihr besetzten Regionen der Ukraine. Die Zerstörung des Potenzials des Feindes, die Schaffung völlig unmöglicher logistischer Bedingungen für die Bewegungen der russischen Armee sowie die Entstehung realer Energieprobleme, die weder den russischen Militärs noch den Besatzungsverwaltungen erlauben werden, irgendwelche Schritte in den Gebieten zu unternehmen, die sich vorübergehend unter der Kontrolle eines der verbrecherischsten und abscheulichsten Länder der heutigen Welt befinden – man könnte auch sagen: einer Mafia, die lediglich versucht, sich als echter Staat auszugeben.
Und der Blackout, der sowohl auf der Krim als auch im besetzten Sewastopol stattgefunden hat, sowie der Treibstoffmangel, der die Krim nun für lange Zeit zu einem Gebiet machen wird, das für aggressive Handlungen der russischen Armee gegen die Ukraine ungeeignet ist, erinnern daran, dass das, was man zu stehlen versucht hat, zu einem echten Problem für denjenigen wird, der diesen unverhohlenen Diebstahl begangen hat.
Es wäre gut gewesen, diese einfache Wahrheit zu begreifen, bevor sie sich für die russische Führung und die Bürger der Russischen Föderation in ein Problem verwandelt, das sich über lange, schwarze Jahrzehnte russischer Degeneration hinweg nicht mehr durch irgendein angebliches „Aufstehen von den Knien“ lösen lassen wird.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Атака на Крим: півострів без пального |Віталій Портников. 21.06.2026.
Autor: Vitaly Portnikov.
Veröffentlichung / Entstehung: 21.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:
Original ansehen
Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.