Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, äußerte sich wohlwollend über die jüngsten Aussagen des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, zur Ukraine und betonte, dass man im Kreml den zentralen Thesen dieser Erklärungen zustimme.
Dabei geht es natürlich sowohl um den NATO-Beitritt der Ukraine als auch um territoriale Fragen und um die Durchführung von Wahlen in der Ukraine. Der russische Außenminister Sergej Lawrow unterstrich sogar, dass Donald Trump angeblich der einzige Politiker im Westen sei, der die eigentlichen Ursachen des russisch-ukrainischen Konflikts verstehe.
Man könnte dies als zweifelhafte Komplimente des Kremls an den amerikanischen Präsidenten bezeichnen. Denn Putin und sein Umfeld scheinen längst begriffen zu haben: Wenn man gute Beziehungen zu Donald Trump haben will, muss man ihm angenehme Worte sagen und jeder seiner Positionen zustimmen. Und genau das sind eben jene Positionen, mit denen der Kreml ohne jedes Zögern einverstanden sein kann.
In Russland ist man tatsächlich seit Jahrzehnten dagegen, dass die Ukraine Mitglied des Nordatlantikpaktes wird. Es könnte die Frage entstehen: Warum eigentlich? Denn es geht hier nicht um irgendwelche Sicherheitsprobleme Russlands selbst – darüber hat übrigens auch Donald Trump nicht nur einmal gesprochen. Es geht in erster Linie darum, dass Putin freie Hand behalten will, um auch in Zukunft, falls dieser Krieg mit dem Fortbestehen der ukrainischen Staatlichkeit enden sollte, erneut eine Aggression gegen unser Land starten zu können.
Es lohnt sich daran zu erinnern: Als Finnland oder Schweden in die NATO aufgenommen wurden, gab es im Kreml keinerlei politische Hysterien deswegen. Einfach deshalb, weil in Moskau niemand Anspruch auf das Territorium Finnlands oder Schwedens erhebt – auf ukrainisches Gebiet jedoch sehr wohl. Und natürlich würde sich die russische Führung gern diese Bewegungsfreiheit bewahren.
Wenn nach dem Ende des russisch-ukrainischen Krieges alles mit vagen Sicherheitsgarantien vom Typ des Budapester Memorandums enden sollte, dann würde Russland davon ausgehen, dass es seine Aggression jederzeit wiederholen kann. Und das ist nicht nur Putins außenpolitische Haltung – genau an solchen politischen Leitlinien hielt sich die russische Führung praktisch seit dem 24. August 1991.
Was die territorialen Fragen betrifft, so würde man in Russland natürlich gern sehen, dass sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in den europäischen Hauptstädten – und vor allem in Kyiv – dem russischen Status der Krim, Sewastopols sowie der Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja zugestimmt wird. Man würde sich wünschen, dass Donald Trump die Führung der Ukraine zwingt, die Verfassung ihres eigenen Staates zu ändern und die Erwähnung dieser ukrainischen Regionen daraus zu streichen.
Und die Haltung Donald Trumps, der bereits mehrfach die Möglichkeit einer Anerkennung des russischen Status der besetzten ukrainischen Gebiete durch die Vereinigten Staaten nicht ausgeschlossen hat, kann dem Kreml natürlich nur gefallen. Auch wenn wir gleich festhalten müssen: Es gibt zum heutigen Zeitpunkt keinerlei reale rechtliche Grundlagen, die zu einer solchen Entscheidung führen könnten.
Auch das nächste Thema ist von großer Bedeutung: die Wahlen in der Ukraine. Wenn Donald Trump davon spricht, dass dort, wo es keine Wahlen gibt, auch keine Demokratie existiert, dann übersieht er offenbar die Tatsache, dass Wahlen in der Ukraine nicht deshalb nicht stattfinden, weil man sie in Kyiv nicht will, sondern weil Moskau seine fortgesetzte Aggression gegen unser Land betreibt – weil es auf dem Territorium der Ukraine buchstäblich keinen sicheren Ort gibt. Wie soll man einen Wahlkampf führen? Wie soll man zur Wahl gehen? Was wären das überhaupt für Wahlen?
Doch diese Worte des amerikanischen Präsidenten gefallen dem russischen Präsidenten selbstverständlich. Putin hat bekanntlich nicht nur einmal von der angeblichen Illegitimität der ukrainischen Macht gesprochen, davon, dass er nicht wisse, mit wem er Friedensabkommen unterzeichnen solle, davon, dass sich die Führung in Kyiv an die Macht klammere und den Krieg nur deshalb fortsetze, um diese Macht nicht abzugeben. Und genau dieses Narrativ wurde übrigens schon 2019 von der russischen Propaganda und den ihr nahestehenden Oligarchen benutzt.
Und wer war damals Präsident der Vereinigten Staaten? Richtig – Donald Trump. Warum sollte das Duo Trump–Putin nicht dasselbe propagandistische Spiel auch 2025 oder 2026 wiederholen, wenn es ihnen 2019 bereits gelungen ist? In einer solchen Situation wirken die Komplimente an Trump nicht nur wie der Versuch, dem amerikanischen Präsidenten zu gefallen, sondern auch wie eine reale Demonstration der Annäherung amerikanischer Positionen an die russischen.
Und hier stellt sich bereits eine Frage an die amerikanische Gesellschaft selbst, von deren überwältigender Mehrheit die Ukraine in ihrem Widerstand gegen die russische Aggression unterstützt wird: Wie konnte es dazu kommen, dass die Positionen des Präsidenten der einst wichtigsten demokratischen Nation der modernen Welt nun mit den Positionen und Narrativen des Präsidenten eines der autoritärsten Staaten der Gegenwart übereinstimmen – eines Mannes, der seit Langem keine ehrlichen Wahlen mehr abhält, seine politischen Gegner in Gefängnissen umbringen lässt und eine derart willkürliche Justiz organisiert hat, die jemanden für 10–15 Jahre ins Gefängnis werfen kann – nur wegen eines gewöhnlichen Beitrags in sozialen Netzwerken, in dem die korrupte und banditische russische Macht oder die russische Aggression gegen die Ukraine kritisiert wird?
Es scheint, als schwäche dies die Positionen der Vereinigten Staaten selbst. Es wirkt befremdlich, wenn ihr Präsident nach Verständigung mit einem autoritären Diktator sucht und über die Möglichkeit einer fruchtbaren wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation spricht – und gleichzeitig schwere Vorwürfe gegen jene erhebt, die während des Kalten Krieges Verbündete der Vereinigten Staaten waren, die Amerika unterstützten, als ihm die Sowjetunion tatsächlich drohte.
Und man sollte daran erinnern, dass dies ein wertebasierter Bund war. Und genau diese Werte wurden den Europäern – und uns – von den Vereinigten Staaten angeboten. Dass Amerika selbst auf diese seine Werte verzichten und sich in seiner Sicht auf die moderne Welt der Russischen Föderation des Tschekistenoffiziers Putin annähern würde, war selbst vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbar.
Und dies wirkt sich selbstverständlich ernsthaft auf die außenpolitischen Positionen der Vereinigten Staaten aus. Um Amerika tatsächlich wieder groß zu machen, müsste man sich vor allem von all dem lossagen, was der Präsident dieses Landes, Donald Trump, in den öffentlichen Raum hineinträgt.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Кремль вихваляє Трампа | Віталій Портников. 10.12.2025.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 10.12.2025.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.