Der Welt Ukrainer erklären – ein unmöglicher Versuch. Iryna Guk. 03.02.2026.

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Ein Tag nach einem massiven russischen Beschuss. Hunderttausende Familien sind erneut ohne Wärme geblieben. Währenddessen:

Luftstreitkräfte: Insgesamt flogen 521 Mittel des Luftangriffs auf uns zu.

Friseursalon: Sie sind bei Meisterin Tetjana eingetragen, wir erwarten Sie!

Kinderkurs: Freunde, die Anmeldung für den Unterricht bei der Künstlerin Polina läuft! Die jüngere Gruppe malt ein märchenhaftes Tier, die ältere – ein Stillleben mit einem Kürbis.

Kindergarten: schickt ein Video, wie die Kinder im Schutzraum tanzen und singen, und lädt die Eltern ein, sich bei Bedarf aufzuwärmen.

Büro, Leute: Wir haben keine Heizung, keinen Strom, kein Internet, die Aufzüge sind kaputt, aber wir haben trotzdem – ich zitiere wörtlich – „einen Aufzug erwischt“, wir machen den Versand, packen 40 Rucksäcke.

Arbeitschat: Mädchen, die die ganze Nacht nicht geschlafen haben, schicken einen Screenshot vom geteilten Bildschirm: „Wir planen für die Veranstaltung am 20. Februar in der Buchhandlung!“

Mama: „Na ja, während das hier die ganze Nacht beschossen wurde, habe ich ‚Schafa‘ geöffnet und den gesamten Bestand meiner Lieblingsverkäuferin durchwühlt, jetzt muss ich mir anschauen, was ich dort alles zu den Favoriten gelegt habe.“

Nova Poshta: Ihre 50 Mini-Glöckchen-Raschel-Dinger sind in ihre Postfiliale angekommen [mein Gott, wozu brauche ich die überhaupt?].

Ich: [nachdem ich ein großes und großartiges Interview mit einer unglaublichen Militärangehörigen zu Ende redigiert habe]: Oh, ich muss ja Erde für die Anzucht von Zimmer-Tomaten bestellen.

Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie man der Welt Ukrainer erklären soll.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Social Media
Autor: Iryna Guk
Veröffentlichung / Entstehung: 03.02.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Kyiv. U-Bahn-Station. Oleg Kiy.

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Die Nacht zum 25. November 2025. Kyiv. Eine U-Bahn-Station – tief und rettend.

Zuerst ist der Granit so kalt, dass es scheint, als hätte er schon all die Wärme aufgesogen, die diejenigen abgegeben haben, die hier vor uns lagen. Aber wir wärmen ihn wieder mit unseren Körpern.

Licht gibt es kaum – nur schwache Notlampen und ein mattes Flackern der Handybildschirme. Manche haben noch „1 %“, manche schon einen schwarzen Bildschirm.

Die Menschen liegen da: manche als Familie, manche eng aneinandergedrückt, weil es so wärmer ist, manche allein – ganz wie im normalen Leben. Sie atmen. Manche röcheln, manche stöhnen im Schlaf, andere schweigen einfach und starren an die Decke oder auf das rettende Telefon.

Das kleine Kind, verängstigt von den Explosionen, schreit nicht mehr – es heult. Die Eltern können es nicht beruhigen, schämen sich für ihre Ohnmacht und warten nur darauf, dass es vor Erschöpfung nachgibt.

Die Mutter hält ihm die Hände über die Ohren, als könne sie damit das Echo der Explosionen dämpfen, das tief im Inneren geblieben ist.„Woher nimmst du nur so viel Kraft zum Leiden… Wir sind hier, wir sterben nicht, mein Sonnenschein… wir schlafen nur… schlaf auch du…“ – flüstert sie und küsst ihr Kind an die Schläfe, und ihr Körper zittert – vor ihrer eigenen Angst, aber vor allem wegen ihres untröstlichen Kindes.

Nicht weit weg – eine Großmutter. In ihren Händen eine kleine Ikone. Nach jedem Gebetskreis küsst sie sie, bekreuzigt sich und flüstert: „Vergib uns, Herr… vergib…“ Dann legt sie sich mit dem Gesicht zur Wand und weint leise – ohne Tränen, ohne Stimme, nur ihre Schultern zittern.

Oben ist es schon vier Uhr morgens, Explosionen und Autoalarmanlagen sind zu hören. Auf die Stadt prasseln „Kinschal“-Raketen, Erde und Himmel erzittern wie ein einziger Körper.

Ein Wohnhochhaus steht in Flammen.Ein Mann steht auf einem zerstörten Balkon und versucht verzweifelt, das Feuer mit einem Eimer Wasser zu löschen – es wirkt hoffnungslos. Das Innere des Hauses brennt wie ein gewaltiger Fackelstoß.

In der toten nächtlichen Stille zwischen den Explosionen hört man Schreie aus den Fenstern, jemand ruft nach der Rettung eines Kindes irgendwo auf einem höheren Stockwerk.

Endlich sind die Rettungskräfte da, es gibt Hoffnung, aber nicht für alle – manche können nicht mehr rechtzeitig erreicht werden.

Um sechs Uhr morgens beginnt wieder eine Angriffswelle. Die schlimmste. Die Stadt dröhnt, als würde jemand mit einem Hammer darauf einschlagen.

Das kleine Kind in der U-Bahn hat sich inzwischen beruhigt, liegt nicht im Kinderwagen, sondern in den Armen der Mutter. Die Mutter ist todesmüde, freut sich aber darüber, dass ihr Kind den Menschen um sie herum, die schlafen, keine Umstände macht.

Als um 8:37 Uhr endlich „Entwarnung“ gegeben wird, sammeln sich alle und kriechen nach oben. Draußen – der Geruch des Krieges. Über der Stadt schwarzer Smog. Vom U-Bahn-Eingang aus sieht man nicht, wie das fremde Leben weiterbrennt.

Diese Nacht hat mindestens sechs Bewohner Kyjivs das Leben gekostet.

Kyiv erwacht: Manche gehen in die U-Bahn, um zur Arbeit zu fahren, andere kommen aus ihr heraus wie aus einem Schutzraum.

Die Mutter trägt das Kind auf dem Arm – dasselbe Kind – der Vater den Kinderwagen und die Sachen. Sie wollen die Rollen nicht tauschen, kein Risiko eingehen: Es soll noch schlafen, und die Erwachsenen halten irgendwie durch.

Die Mutter küsst ihren schweren Schatz sanft auf die Stirn. Kyiv steht – wie immer – es hat standgehalten. Die Stadt beginnt wieder zu arbeiten, für das Leben und zur Unterstützung der Front.

Denn ein anderes Zuhause haben wir nicht…


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Art der Quelle: Social Media

Autor: Oleg Kiy
Veröffentlichung / Entstehung: 25.11.2025.<Oleg Kiy Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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