Wir bringen Euch den Winter. Yurij Gudimenko. 21.08.22.

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Wir bringen Euch den Winter.

Das ist alles, was Sie von uns als Geschenk bekommen können.

Wir bringen Ihnen unseren Winter. Ewiger Februar. Tag vierundzwanzig.

Ihr werdet verstehen, warum „Februar“ in unserer Sprache wie „der Wütender“ heißt. Ihr werdet das sehr gut verstehen. Wenn ihr jedoch die Bedeutung des Wortes „Februar“ kennen würden, dann wäre es sicherlich nicht einfacher für euch. Der Februar ist der Monat von Februs, des etruskischen Gottes des Todes und der Säuberung. Genau in dieser Reihenfolge. Erst der Tod. Säuberung später.

Denkt daran. Das ist einfach.

Wir bringen euch unseren Winter. Wir bringen euch unseren Februar.

Es ist jetzt Sommer, aber die Ängstlichsten von euch spüren bereits die eisige Kälte. Ihr hört das Heulen eines Schneesturms im Sirenengeheul über Sewastopol und das Knacken von Baumknochen in den Explosionen von Flugabwehrraketen.

Ihr habt recht. Das ist das Echo unseres Winters.

Wir bringen es zu euch nach Hause. Wir werden eure Herzen einfrieren, damit sie stehen bleiben. Wir bringen es mit Sirenengeheul, Raketenexplosionen, Schmerzensschreien.

Wir bringen euch das, wovon wir selbst reichlich haben. Tränen. Schmerzen. Blut und Erde unter den Nägeln. Wir bringen euch den Tod und lassen ihn bei euch – nicht als Gast, sondern als Gastgeber.

Wir geben euch den Winter zurück, den ihr uns geschenkt habt. Wir werden sehr großzügig sein. Wir werden jeden Tropfen unseres Schmerzes zurückzahlen. Wir bringen euch den Winter in einem Schneesturm aus Kugeln und Splittern. Wir werden die Säuberung bringen.

Denn nur das wird unsere damals erfrorenen Seelen in der Februardämmerung zum Schmelzen bringen. Es ist wie Magie. Jede Sirene in euren Städten , jeder Angstschrei, jeder Tote von euch erfreut uns und bringt uns den Sommer näher. Nur ein solches Feuer wird unseren ewigen Februar zum Schmelzen bringen. Es ist wie bei den Olympischen Spielen. Wir werden euch unseren Winter zusammen mit dem Feuer geben.

Die Klügsten unter euch sind bereits auf der Flucht. Jeder von euch kann auch laufen.

Im naiven Glauben , dass jemand jemals dem Winter entkommen könnte.


Мы принесём вам зиму.

Это всё, что вы можете получить от нас в дар.

Мы принесём вам нашу зиму. Вечный февраль. Двадцать четвёртый день.

Вы поймёте, почему на нашем языке «февраль» звучит как «лютый». Вы очень хорошо поймёте это. Хотя если бы вы знали значение слова «февраль», то легче бы вам уж точно не стало. Февраль – месяц Фебруса, этрусского бога смерти и очищения. Именно в этом порядке. Сначала смерть. Очищение потом.

Запоминайте. Это просто.

Мы принесём вам нашу зиму. Мы принесём вам наш февраль.

Сейчас лето, но самые нервные из вас уже ощущают леденящий холод. Они слышат завывание метели в вое сирен над Севастополем и треск костей деревьев во взрывах ракет ПВО.

Они правы. Это эхо нашей зимы.

Мы принесём её в ваши дома. Мы заморозим ваши сердца, чтобы они остановились. Мы принесём её под звуки сирен, под взрывы ракет, под крики боли.

Мы принесём вам то, чем богаты сами. Слезы. Боль. Кровь и землю под ногтями. Мы принесём вам смерть и оставим её у вас – не в гостях, но хозяйкой.

Мы вернём вам зиму, которую вы подарили нам. Мы будем очень щедры. Мы воздадим сторицей за каждую каплю нашей боли. Мы принесём вам зиму в метели пуль и осколков. Мы принесём очищение.

Потому что только это растопит наши души, замёрзшие насмерть тогда, в февральском рассвете. Это как волшебство. Каждая сирена в вашем городе, каждый крик страха, каждый ваш мёртвый радуют нас и приближают нам лето. Только такой огонь растопит наш вечный февраль. Это как Олимпиада. Мы передадим вам нашу зиму вместе с огнём.

Самые умные из вас уже бегут. Вы тоже можете бежать.

Веря, что кто-то убегал от зимы.

Sag mir, meine Liebste. Yevhenia Komarova. Autorenübersetzung.

Sag mir, meine Liebste: ist Februar düster

zu Ende? Es ist mir so kalt in dem Flüsse,

Ich hab‘ keinen Kreuz, keinen Grab, keine Ruhe…

Sad mir, meine Liebste: kommt Frühling, wie früher?

Sagt, bitte, ihr Leute – ist Februar heute?

Ich liege im Matsch, bin zerquetscht von dem Panzer.

Wer wird sich erinnern? Wer wird mich erkennen?

Vergißt mich nicht, Leute! Ich liebte das Leben!

Sagt mir, meine Freunde, sagt mir, die Nachbarn.

wie lange wird noch dieser Februar dauern?

Ich liege in Trümmern, ganz unten im Keller…

Sagt mir: ist da oben schon wärmer und heller?

Sagt, Mama und Papa, darf ich ohne Mütze

Schon draußen spielen und toben in Pfützen?

Hab meine verloren, als fremde Soldaten

mich hatten erschossen in unserem Garten.

Sag, Herrgott, Du siehst es? Du hörst diese Stimmen?

Herr sitzt neben mir, Er weint und wimmelt.

Steh auf, schaff wieder die Sonne und Sterne,

Dein Licht werde siegen, der Februar – sterben.


Скажи мені, люба – скінчився вже лютий?

Лежу я під кригою, холодом скутий.

Нема ні хреста, ні самої могили…

Скажи мені, мила – шпаки прилетіли?

Скажіть мені, люди, чи лютий розтанув?

Лежу у багнюці, розчавлена танком.

Ніхто не ховає, та й що там ховати…

Згадай мене, сестро! Згадай мене, брате!

Скажіть мені, друзі, скажіть-но , сусіди –

чи там, нагорі, зарясніли вже квіти?

Лежу під завалом, накрита стіною…

Скажіть мені, друзі – вже пахне весною?

Скажи мені, мамо, скажи мені, тато –

Вже можна без шапки надворі гуляти?

Бо шапку згубив я, коли мені в спину

поцілив солдат із чужої країни.

Скажи мені, Боже – Ти чуєш? Ти бачиш?

Ти поряд сидиш і у розпачі плачеш.

Давай мені руку, скажи: «паляниця»!

Ми сонце запалим, і лютий скінчиться.