Der umstrittene Oleksiy Arestovych, ehemaliger Berater des Büros des Präsidenten der Ukraine Volodymyr Zelensky, verzichtet künftig auf gemeinsame Sendungen mit der nicht weniger umstrittenen russischen Journalistin und Schriftstellerin Julija Latynina.
Erst jetzt, nach vielen Jahren gemeinsamer Auftritte in Sendungen, hat sich der Blogger davon überzeugt, dass die Tätigkeit der russischen Journalistin alle Merkmale von Propaganda aufweist, und erkannt, dass gemeinsame Sendungen mit ihr dazu beitragen, russische Narrative in jenen Teil der ukrainischen Gesellschaft hineinzutragen, der noch immer auf den Namen Arestovych reagiert.
Meiner Ansicht nach hätte man das schon vor Beginn der Diskussionen Oleksiy Arestovychs mit Julija Latynina erkennen können. Mir reichte ein einziges Gespräch mit der Journalistin, um zu verstehen: Sie hält sich an klar umrissene imperiale Narrative, respektiert nicht nur die ukrainische Staatlichkeit nicht, sondern die ukrainische Zivilisation selbst, und vertritt gegenüber dieser Zivilisation Ansichten, die praktisch vollständig mit den Ansichten des Präsidenten der Russischen Föderation und des überwiegenden Teils der russischen Gesellschaft übereinstimmen.
Somit war die endgültige Reinwaschung von Putins aggressiven Absichten, der Versuch zu überzeugen, die Ukraine sei selbst schuld an der Aggression des benachbarten Terrorstaates gegen ihr Volk, nur eine Frage der Zeit. Und wie wir sehen, kam dieser Zeitpunkt genau dann, als Julija Latynina erkannte, dass das ukrainische Publikum nicht mehr vorhat, auf ihre unsinnigen Anschuldigungen zu hören und ihre Unwissenheit für Bildung und Verständnis historischer und politischer Prozesse zu halten.
Was Russen mit demokratischen Ansichten schon vor vielen Jahren erkannt haben, verstanden die Ukrainer erst in den ersten Jahren des russisch-ukrainischen Krieges und angesichts Latyninas offener Bereitschaft, den propagandistischen Interessen des russischen Regimes zu dienen.
Darüber sollte man sich jedoch nicht wundern, denn jeder braucht ein Publikum, mit dem er kommunizieren kann. Es ergibt sich, dass die überwiegende Mehrheit russischer oppositioneller Blogger und Journalisten, sofern sie nicht an den für die russische Gesellschaft üblichen chauvinistischen Narrativen festhält, praktisch kein Publikum unter der überwiegenden Mehrheit der Bewohner der Russischen Föderation und auch unter einem großen Teil der russischen Emigration hat, die weiterhin in einem chauvinistischen Traum lebt.
Und so besteht der größte Teil des Publikums solcher Menschen gerade aus ukrainischen Nutzern sozialer Netzwerke, die bereit sind, jenen zuzuhören, die die Ukraine unterstützen und die ganze Gefahr der russischen Aggression sowie überhaupt des russischen Staates als eines Territoriums erkennen, das die Welt um sich herum destabilisiert.
Wenn aber ein demokratisch gesinnter Publizist oder Blogger beginnt, dieselben chauvinistischen Narrative wie seine eigenen Landsleute zu verbreiten und versucht, die Ukrainer davon zu überzeugen, dass sie selbst an dem Krieg schuld seien, den Russland gegen sie begonnen hat, verliert er damit das ukrainische Publikum, ohne ein russisches zu gewinnen, und bleibt praktisch im luftleeren Raum seiner eigenen Lügen und Voreingenommenheit zurück.
So verlief im Grunde die Entwicklung Julija Latyninas, die ohne Ukrainer zurückblieb, die bereit waren, sich ihre zweifelhafte Analyse der Ereignisse anzuhören, und zugleich keine Russen hinzugewann, die der Ansicht sind, dass Solowjow, Skabejewa, Dmitri Kisseljow und andere widerwärtige Propagandisten des Kreml-Regimes die Kreml-Propaganda viel gewissenhafter und effektiver betreiben können als diejenigen, die sich außerhalb der Grenzen der terroristischen Föderation befinden.
Und wie es bei Menschen ohne moralische Orientierung immer geschieht, begann Latynina noch eifriger in Richtung der klassischen russischen Propaganda mit ihren Lügen und ihrem Menschenhass zu driften.
Arestovych dagegen will nicht in diese Richtung driften, weil er sehr gut versteht, dass er ein russisches Publikum als solches ohnehin nicht gewinnen wird, dass er für russische Nazis allein aufgrund seiner ukrainischen Herkunft für immer ein Mensch zweiter Klasse bleiben wird, der einfach nicht mit Solowjows und Skabejewas konkurrieren darf.
Das ukrainische Publikum dagegen kann nur einem Menschen zuhören, der die Dinge beim Namen nennt, die russische Aggression russische Aggression nennt, Putin einen Kriegsverbrecher nennt und nicht versucht, seine eigenen Landsleute von einer Schuld der Ukraine zu überzeugen, die, wie wir verstehen, aus einer Fortsetzung der Zusammenarbeit des umstrittenen Bloggers mit der umstrittenen Journalistin logisch folgen würde.
Und nun versucht Arestovych ein weiteres Manöver, nicht das erste und nicht das letzte in seiner pseudopublizistischen Biografie. Wir erinnern uns an die Zeit, als der Blogger ein erbitterter Gegner des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky war und das Publikum von der Gefährlichkeit der politischen Ansätze jenes Teams überzeugen wollte, das 2019 an die Spitze der ukrainischen Staatsmacht gelangte.
Wir erinnern uns an die Jahre, als Arestovych Berater des Büros des Präsidenten der Ukraine war und in dieser Eigenschaft die Ukrainer davon überzeugte, dass der jahrelange Krieg, den Präsident Putin gegen sein Land begonnen hatte, innerhalb weniger Wochen enden würde, ohne den langjährigen Charakter dieses Krieges zu erkennen, der sich ziemlich schnell von einem Blitzkrieg in einen Vernichtungskrieg verwandelte.
Viele glaubten, Arestovych habe die Ukrainer auf diese Weise beruhigt. Aber die Ergebnisse dieser Beruhigung sehen wir heute an den Stimmungen der ukrainischen Gesellschaft, nachdem die Hypnose endgültig zu Ende gegangen ist und es keine Alternative zu dieser Hypnose gibt, nämlich kein nüchternes und ernsthaftes Gespräch des Staates mit der Gesellschaft, weil die Gesellschaft zu lange mit Erzählungen darüber gelebt hat, dass der russisch-ukrainische Krieg eine Aussicht auf ein Ende in absehbarer Zeit habe.
Dann änderte sich die Haltung des Bloggers erneut, und er wurde zu einem der erbittertsten Kritiker des Präsidenten der Ukraine, dessen Präsidialbüro er bis vor Kurzem noch beraten hatte, und begann sogar zu erklären, seine Emigration hänge mit der Gefahr zusammen, die ihm bei einem weiteren Aufenthalt in der Ukraine drohe. Und nun sehen wir eine neue, aber nicht die letzte Wendung.
Denn wenn ein Mensch keinen inneren Halt, keine Werte, keine Selbstachtung und keinen Respekt vor dem eigenen Volk hat, kann er wie eine Wetterfahne in jede beliebige Richtung schwanken. Und natürlich werden diese Schwankungen nicht immer mit den Schwankungen einer anderen Wetterfahne übereinstimmen, der umstrittenen Journalistin und Publizistin Julija Latynina.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Арестович розлучився з Латиніною | Віталій Портников. 11.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 11.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.