Trump weist Iran zurück | Vitaly Portnikov. 03.05.2026.

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, hat die neuen Vorschläge Irans zur Beendigung des amerikanisch-iranischen Krieges endgültig abgelehnt.     Man kann Trump verstehen, denn die neuen Vorschläge des Ayatollah-Regimes sahen überhaupt keinen Verzicht Irans auf sein Atomprogramm vor.

Die Iraner versprachen lediglich, die Passage von Schiffen durch die Straße von Hormus freizugeben, während die Vereinigten Staaten im Gegenzug ihre eigene Seeblockade aufheben sollten. Danach sollten Verhandlungen über die Beendigung des amerikanisch-israelisch-iranischen Krieges sowie über Parameter beginnen, die die Nuklearprojekte der Islamischen Republik regeln sollten.

Offensichtlich wären die Amerikaner in einer solchen Situation erneut in das bekannte Spiel der iranischen Verhandlungsführer geraten, Zeit zu gewinnen und keine klaren Antworten auf die Frage zu geben, ob sie bereit sind, auf angereichertes Uran zu verzichten. Trump hätte wie jemand ausgesehen, der den Krieg im Austausch für die Bereitschaft Irans beendet, den Welthandel wieder freizugeben.

Und das, obwohl zu Beginn des Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran überhaupt keine Probleme mit der Straße von Hormus bestanden. Zu den Hauptzielen dieses Krieges gehörte, wie in Erinnerung zu rufen ist, die Forderung der Vereinigten Staaten an Iran, auf sein Atomprogramm zu verzichten sowie auf sein Raketenprogramm, das sich, wie wir gesehen haben, erfolgreich entwickelte und zu massiven Angriffen nicht nur auf Israel, sondern auch auf Länder des Persischen Golfs führte. Den Krieg im Austausch für die Freigabe der Straße von Hormus zu beenden, würde daher faktisch bedeuten, anzuerkennen, dass die Vereinigten Staaten diesen Krieg verloren haben – und das ist offensichtlich nicht das, was Donald Trump will.

Damit stellt sich die Frage, wie es weitergehen wird. Der Präsident der Vereinigten Staaten hat die Wahl zwischen einer Wiederaufnahme der Kampfhandlungen und der Fortsetzung der Seeblockade gegen Iran. Den Äußerungen Donald Trumps nach zu urteilen, neigt er eher zur zweiten Option. Der US-Finanzminister Scott Bessent betonte heute, dass die Seeblockade so effektiv sei, dass Iran bereits nicht mehr in der Lage sei, seine eigenen Soldaten zu bezahlen. Eine Fortsetzung der Blockade könnte somit zum Zusammenbruch des Regimes führen oder dazu, dass Vertreter der Revolutionsgarden zustimmen, auf das Atomprogramm zu verzichten – sofern dies vom Obersten Führer, Ayatollah Mudschtaba Chomeini, gebilligt wird, der seit Beginn des Krieges zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und Iran weder gesehen noch gehört wurde.

Die Iraner haben ihre eigenen Kalkulationen. Sie gehen davon aus, dass sie noch einige Monate durchhalten können und dass ein dramatischer Einbruch der Weltwirtschaft infolge der Energiekrise zu einer vernichtenden Niederlage der Republikanischen Partei bei den Zwischenwahlen zum US-Kongress führen wird. Danach werde Trump sich nicht mehr um den Krieg mit Iran kümmern können, da er in eine politische Konfrontation mit seinen Gegnern geraten werde, die darauf abzielen, ihm das Leben im Oval Office zu erschweren und alles zu tun, um zu verhindern, dass ein Republikaner erneut Präsident der Vereinigten Staaten wird.

Nur wenige zweifeln daran, dass im Falle einer Kontrolle des Kongresses durch die Demokraten im Herbst dieses Jahres die Vereinigten Staaten eine Phase intensiver politischer Konfrontation erleben werden. Genau daran ist die Islamische Republik interessiert.

So beobachten wir derzeit eher einen Wettbewerb zweier Zermürbungskriege. Die Vereinigten Staaten hoffen, dass ihre Blockade Iran erschöpfen und die Führung des Landes zur Kapitulation zwingen wird. Die Führung der Islamischen Republik hingegen hofft, dass die Blockade der Straße von Hormus zu einem politischen Zusammenbruch der Republikaner und zu ernsthaften Problemen für Donald Trump führen wird.

Es gibt hier auch eine Dimension, die mit Israel zusammenhängt. Die Iraner hoffen, dass, wenn es Israel in den kommenden Monaten nicht gelingt, reale Ziele im Krieg gegen Iran zu erreichen – insbesondere die Zerschlagung des Atomprogramms –, dies zu einer politischen Niederlage des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu und seiner politischen Verbündeten bei den kommenden Parlamentswahlen führen wird.

Sowohl Trump als auch Netanyahu gleichzeitig in Schwierigkeiten zu bringen, ist für die iranische Führung natürlich ein politischer Traum. Und ich habe keinen Zweifel, dass auch Irans Verbündete diese politische Krise als zentrales Ziel betrachten.

Doch unter den Verbündeten gibt es unterschiedliche Vorstellungen über den weiteren Verlauf der Ereignisse. Russland, dessen Präsident Vladimir Putin kürzlich den iranischen Außenminister Abbas Araghchi traf, könnte der Ansicht sein, dass die weitere Entwicklung ihm hilft, die Einnahmen aus dem Verkauf seines eigenen Öls zu steigern. Es ist offensichtlich, dass in einer solchen Situation russische Energieressourcen zu einer letzten Hoffnung für viele Länder werden, die zuvor auf Öl aus den Staaten des Persischen Golfs und aus Iran gesetzt hatten. Daher wird Putin die Führung der Islamischen Republik dazu ermutigen, keine Zugeständnisse zu machen und die Bemühungen zur Destabilisierung der Lage in den Vereinigten Staaten und im Westen fortzusetzen.

Ein anderer Verbündeter Irans jedoch, China unter der Führung von Xi Jinping, steht bereits jetzt vor eigenen wirtschaftlichen Problemen infolge des Ausbleibens von Öllieferungen aus den Staaten des Persischen Golfs und aus Iran. Xi Jinping wünscht sich einerseits eine politische Niederlage von Donald Trump und den Vereinigten Staaten, andererseits aber möchte er ein Gleichgewicht bewahren, das es der chinesischen Wirtschaft ermöglicht, die Folgen des Ausfalls arabischen und iranischen Öls nicht in vollem Umfang zu spüren.

ЄAus dieser Perspektive kann man sagen, dass die Ziele Russlands und Chinas nicht identisch sind. Zudem ist offensichtlich, dass man auch in Teheran nicht daran interessiert ist, die Situation bis zum Zusammenbruch der eigenen Macht zu treiben. Denn auch die Geduld der iranischen Gesellschaft hat ihre Grenzen.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп послав Іран | Віталій Портников. 03.05.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 03.05.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

Original ansehen

Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
.


Kommentar verfassen