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Nahezu alle Ressourcen Putins sind auf den ukrainischen Frontabschnitt konzentriert. Der russische Präsident träumt weiterhin von der Zerstörung des Nachbarstaates und der Eingliederung seiner Territorien in die Russische Föderation. Und die Taktik, die das Weiße Haus in den Verhandlungen mit Moskau gewählt hat, beflügelt Putin nur zusätzlich. Wie soll man da auch noch gegen Estland Krieg führen?
Doch einen echten Krieg mit dem benachbarten baltischen Staat muss Putin möglicherweise gar nicht führen. In seinem Versuch, Estland und die NATO zu destabilisieren, kann er einen hybriden Weg einschlagen – genau jenen, den er bereits nach der Revolution der Würde in der Ukraine anzuwenden versuchte. Damals griff die Russische Föderation zur Invasion, Besetzung und Annexion der Krim, während sie im Osten der Ukraine die Annexion nicht sofort vollzog, sondern dort sogenannte „Volksrepubliken“ schuf.
Im Fall Estlands könnte er denselben Weg gehen: Saboteure in das Nachbarland entsenden und die „Narwische Volksrepublik“ ausrufen.
Das gesamte Kalkül des Kremls beruht darauf, dass der Westen erneut in den Modus der „tiefen Besorgnis“ verfällt und so tut, als sei die Einnahme Narwas eine innere Angelegenheit Estlands. Wenn die USA und die EU eine direkte Konfrontation mit einem nuklear bewaffneten Machthaber scheuen, würde das faktisch das Ende des Nordatlantischen Bündnisses bedeuten. Denn Putin braucht die estnischen Territorien an sich nicht – sein eigentliches Ziel ist es, den Ruf des Westens zu zerstören.
Hier ist am interessantesten, wie der Westen reagieren wird. Wenn man in den USA versuchen wird, Putins Krieg gegen Estland nicht wahrzunehmen, wenn man in der EU sagt, man dürfe keinen direkten Konflikt mit einer Atommacht zulassen, dann wird Putin die Möglichkeit erhalten, sich auf dem Territorium eines NATO-Mitgliedstaates zu festigen. Und man wird von einem langsamen Tod des gesamten Bündnisses sprechen können.
Im Fall Estlands braucht Putin also nicht Narwa, sondern die politische Zerstörung des Nordatlantischen Bündnisses. Danach werden Putin und Xi Jinping sich als Sieger im Kampf gegen den kollektiven Westen fühlen können – als Anführer, die die Vereinigten Staaten weit aus ihren Einflusszonen der Nachkriegsordnung verdrängt haben.
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Art der Quelle: Social Media
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 29.03.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.