Putin rettet den Iran | Vitaly Portnikov. 23.02.2026.

Am Vorabend eines möglichen neuen Schlages der Vereinigten Staaten gegen den Iran berichtet die Zeitung Financial Times über ein geheimes Abkommen zwischen den Regierungen der Russischen Föderation und der Islamischen Republik, das auf eine erhebliche Verstärkung der iranischen Luftverteidigung abzielt.

Es geht vor allem um Luftverteidigungssysteme kurzer Reichweite. Im Zentrum des Geschäfts steht der Flugabwehrkomplex „Werba“, der unter Bedingungen von Wärme-Störsignalen effektiv arbeitet.

Die Financial Times stellt fest, dass diese russische Entwicklung eine der effektivsten in ihrem Bereich ist. Und damit kann man bezeugen, dass der russische Präsident Wladimir Putin eine Entscheidung zur faktischen Rettung des Iran getroffen hat – in einer Situation, in der der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, weiterhin der Führung der Islamischen Republik mit neuen Schlägen gegen Entscheidungszentren und militärische Objekte in Teheran und anderen Städten des Iran droht.

Berichte über eine neue militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Iran erscheinen zudem vor dem Hintergrund von Behauptungen, dass Donald Trump höchstwahrscheinlich eine Entscheidung über einen gezielten Schlag gegen iranische Objekte treffen könnte. Und selbstverständlich wird das Vorhandensein russischer Luftverteidigungssysteme es Teheran – zumindest aus Sicht der militärischen und politischen Führung der Islamischen Republik – ermöglichen, einen solchen Angriff effektiv abzuwehren, was wiederum die Wirksamkeit der amerikanischen Drohungen mindern würde.

Damit beobachten wir eine recht paradoxe Situation. Während die Vereinigten Staaten sich im Wesentlichen einer effektiven Unterstützung der ukrainischen Luftverteidigung angesichts der verstärkten russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Nachbarlandes enthalten und ihre Vermittlerrolle bei den russisch-ukrainischen Verhandlungen betonen, als würden sie nicht bemerken, wer Aggressor und wer Opfer in dem Krieg ist, den Wladimir Putin vor vier Jahren gegen die Ukraine begonnen hat, nimmt die Russische Föderation ihre Bündnisverpflichtungen gegenüber dem Iran deutlich ernster.

Wie bekannt, enthielt das Abkommen über gegenseitige Hilfe zwischen Moskau und Teheran – anders als das Abkommen zwischen Moskau und Pjöngjang – keinen Passus über militärischen Schutz im Falle eines Angriffs auf eine der Vertragsparteien. Doch nun unternimmt Russland trotz dieses Unterschieds ernsthafte Schritte zur Stärkung der militärischen Macht des Iran, ungefähr so, wie es dies mit Nordkorea tut – nach Ansicht vieler Beobachter im Austausch nordkoreanischer Waffen und der Beteiligung nordkoreanischer Militärangehöriger am Krieg Russlands gegen die Ukraine gegen die Lieferung von Hochtechnologien an Pjöngjang, die für die Modernisierung des nordkoreanischen Nuklearkomplexes wichtig sind.

Und die Vereinigten Staaten scheinen diese russische Position nicht zu bemerken und versichern die Welt weiterhin von der Bereitschaft Präsident Wladimir Putins, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden und ein sogenanntes Geschäft mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump einzugehen. Mehr noch: In Washington denkt man immer noch über eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation nach, während Russland kaltblütig Maßnahmen ergreift, um die amerikanischen Möglichkeiten im Nahen Osten zu untergraben, was sich selbstverständlich sowohl auf die politischen Ratings des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, als auch auf die regionalen Positionen der Vereinigten Staaten auswirken wird.

Und das in einer Zeit, in der sowohl Präsident Donald Trump als auch der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu die Öffentlichkeit weiterhin von ihren guten Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin überzeugen. Objektiv betrachtet unternimmt Putin jedoch Schritte, die darauf abzielen, die Rolle der Vereinigten Staaten im Nahen Osten erheblich zu schwächen, für Israel eine reale Bedrohung durch einen effektiven Raketenangriff seitens des Iran zu schaffen, auf den Israel nicht mehr so reagieren könnte wie in der jüngeren Vergangenheit.

Und selbstverständlich werden in einer Situation, in der ein Kompromiss mit dem Iran gesucht werden muss, auch die so Russland nahestehenden Monarchien des Persischen Golfs auftreten, die ebenfalls Schritte zur Herstellung vertrauensvoller Beziehungen zu Wladimir Putin unternommen haben.

Wie man so sagt: Wenn du dich freiwillig mit einem Raubtier in einen Käfig begibst, wundere dich nicht, wenn es dir am Ende den Kopf abbeißt. Und sei froh, wenn dein Kopf heil bleibt und du nur weniger bedeutende Körperteile verlierst.

Dass man in der Administration von Präsident Trump – möglicherweise aufgrund der Inkompetenz des amerikanischen Staatsoberhauptes selbst, möglicherweise aufgrund der Unfähigkeit seiner Mitarbeiter, die Situation zu verstehen, oder aufgrund ihres Unwillens, den alternden Präsidenten zu verärgern – den militärischen Bund zwischen Russland und dem Iran und dessen Festigung vor dem Hintergrund von Trumps Drohungen gegen die Islamische Republik entschieden nicht wahrnehmen will, ist selbstverständlich nicht nur ein Problem für die amerikanische Administration und für Trump, der während seiner Zeit im Oval Office bereits eine Reihe inkompetenter politischer Entscheidungen getroffen hat – nicht nur im Zusammenhang mit der Situation im Nahen Osten –, sondern ein Problem für den gesamten Nahen Osten und selbstverständlich für die ganze Welt.

Denn wenn Russland tatsächlich die Möglichkeit erhält, ungestraft das Luftverteidigungssystem des Iran zu stärken und dem iranischen Regime Zuversicht in den morgigen Tag und Bereitschaft zur Konfrontation mit den Vereinigten Staaten und Israel zu verleihen, wird sich dies sowohl auf die Stabilität im Nahen Osten als auch auf die Positionen Russlands in Europa und im postsowjetischen Raum auswirken – und vor allem auf die geopolitische Position der Volksrepublik China, die formal nicht an der Wiederaufrüstung des Iran beteiligt ist, in Wirklichkeit jedoch sowohl Moskau als auch Teheran ermöglicht, den lästigen Trump mit all seinen Drohungen zu ignorieren. Denn gerade der Ankauf russischen und iranischen Öls durch China schafft die Plattform, die es dem Iran erlaubt, für russische Waffen zu bezahlen, und Russland letztlich ermöglicht, diese zu produzieren.

Und nicht zu bemerken, dass beide Länder als Stellvertreter der Volksrepublik China in deren geopolitischer Konfrontation mit den Vereinigten Staaten agieren, kann wiederum nur Donald Trump, der noch immer Illusionen darüber hegt, er könne Russland von China lösen und profitable Verträge abschließen, die Billionen Dollar für seine nächsten Verwandten und Berater einbringen sollen – die möglicherweise gerade aus persönlichem Interesse die Wahrheit über die russisch-amerikanischen Beziehungen und über all die Gefahren, die eine solche Entwicklung aus Eigennutz und Kurzsichtigkeit für die Vereinigten Staaten, für Israel und für andere amerikanische Verbündete im Nahen Osten mit sich bringt, entweder vor dem amerikanischen Präsidenten oder vor sich selbst verbergen. 

Doch etwas anderes von der Herrschaft Trumps in Bezug auf die Stabilität der Lage in der Region zu erwarten, scheint mir von niemandem mit klarem Verstand je ernsthaft erwartet worden zu sein.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Путин спасает Иран | Виталий Портников. 23.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 23.02.2026.
Originalsprache: ru
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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