Zur Kenntnis der „Leiter“ der „Regierungen“ der europäischen Staaten, an den Kreml und den Tyrannen Wladimir Putin

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Sehr geehrte Damen und Herren,
ich schreibe Ihnen mit dem kalten Zorn dessen, der vielfach Rückzüge und Verrat erlebt hat, verborgen hinter der samtigen Sprache der Diplomatie. Sie sind informiert. Sie wissen Bescheid. Und dennoch lassen Sie dies weiter geschehen.
In der Ukraine, im Herzen Europas, im 21. Jahrhundert, erleidet ein ganzes Volk das, was nur bei seinem wahren Namen genannt werden kann: ein Vernichtungskrieg, methodisch, kalkuliert, geführt von der Russischen Föderation und Wladimir Putin mit einer Grausamkeit, die schamlos das Völkerrecht, die menschliche Würde und die Idee der Zivilisation selbst mit Füßen tritt.
Sie wissen es: Die ukrainische Energieinfrastruktur wird gezielt zerstört, Objekt für Objekt, im Rahmen einer Terrorstrategie. Ein Land in Dunkelheit und Kälte zu stürzen, ist keine „bloße militärische Taktik“ – es ist ein Angriff auf die Zivilbevölkerung, auf Kinder, auf Kranke, auf ältere Menschen. Es ist die bewusste Entscheidung, Strom, Heizung, Wasser und Licht als Waffen einzusetzen.
Jedes zerstörte Kraftwerk, jeder herausgerissene Transformator, jede zerrissene Stromleitung bedeutet Krankenhäuser im Notbetrieb, abgebrochene Operationen, stillstehende Inkubatoren, ganze Familien, die in eisigen Wohnungen zittern, ältere Menschen, die in der Dunkelheit sterben.
Und Sie können nicht so tun, als wüssten Sie davon nichts.
An Sie, die europäischen Regierungen, muss ich mich ohne jede Beschönigung wenden:
Infolge Ihrer endlosen Abwägungen, Halbmaßnahmen und „roten Linien“, die Sie einmal ziehen, dann wieder ausradieren, akzeptieren Sie faktisch das Unakzeptable. Ihre „Vorsicht“ wird zur moralischen Mitverantwortung. Ihre Langsamkeit wird zur stillschweigenden Zustimmung. Ihre diplomatische Sprache ist der Vorhang, hinter dem Sie Verbrechen verbergen.
Sie wissen, dass der Ukraine Mittel der Luftverteidigung fehlen, um ihr Energiesystem zu schützen. Sie wissen, dass es einsatzbereite Systeme gibt, die diese Raketen und Drohnen abfangen könnten, die die Infrastruktur zerstören. Sie wissen, dass jeder Tag Verzögerung bei den Lieferungen neue Tote bedeutet, neue zerstörte Lebenswege, ganze Städte, die in Dunkelheit versinken.
Und dennoch zögern Sie, zaudern, diskutieren endlos, wägen politische, wahlstrategische und wirtschaftliche Kosten ab – als wögen ein paar Prozentpunkte Wirtschaftswachstum oder ein paar Dezibel innenpolitischer Unzufriedenheit mehr als Tausende ukrainischer Leben, die Ihrem Komfort geopfert werden.
Das ist nicht bloß Schwäche: Es ist ein historisches Verbrechen.
Der russischen Macht, dem Kreml und Wladimir Putin muss man Folgendes sagen – klar und nüchtern:
Was Sie der Ukraine antun, ist keine „Spezialoperation“, keine „Sicherheitsmaßnahmen“, kein „Schutz der russischsprachigen Bevölkerung“. Es ist ein aggressiver, illegaler, verbrecherischer Krieg. Es ist die Vernichtung eines ganzen Volkes.
Indem Sie die Energieinfrastruktur angreifen, haben Sie sich bewusst dafür entschieden, das Leid der Zivilbevölkerung als Instrument Ihres Krieges zu nutzen. Sie haben beschlossen, Millionen Menschen Wärme, Licht und Wasser zu entziehen. Sie haben Winter und Nacht zu Waffen gemacht, Elektrizität zu einem Instrument der Erpressung.
Dies ist ein Verbrechen, das mit jeglichem Anspruch auf „Größe“ unvereinbar ist.
Die Geschichte wird sich nicht an Ihre Reden, Ihre Lügen und Ihre inszenierten Bilder erinnern. Sie wird sich an zerstörte Städte erinnern, an Kinder, die sich in Kellern verstecken, an Patienten, die im Licht von Taschenlampen operiert werden, an Familien, die beten, dass der Generator noch ein paar Stunden durchhält.
Sie behaupten, „Russland zu verteidigen“; in Wahrheit beschmutzen Sie nur seinen Namen und bedecken Ihre Gegenwart und Ihre Zukunft mit Schande.
Kehren wir zu Ihnen zurück, den europäischen Führern.
Sie rühmen sich, bestimmte Werte zu verteidigen: Menschenrechte, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit. Diese Worte, die Sie unaufhörlich in Ihren Reden wiederholen und in Verträge schreiben, haben nur dann Wert, wenn sie in Handeln umgesetzt werden – insbesondere dann, wenn es etwas kostet.
Die Ukraine zahlt bereits einen blutigen Preis.
Sie bittet nicht darum, dass Ihre Kinder in Schützengräben sterben. Sie bittet Sie um Waffen, um Luftverteidigung, um wirtschaftliche und politische Unterstützung, die dem Ausmaß der Bedrohung entspricht, der sie gegenübersteht – einer Bedrohung, die, täuschen Sie sich nicht, auch gegen den Rest Europas gerichtet ist.
Jedes Mal, wenn Sie Entscheidungen hinauszögern, Hilfe kürzen oder sie an Ihre innenpolitischen Kalküle knüpfen, senden Sie nach Moskau ein sehr klares Signal: „Macht weiter, wir werden nichts Entschlossenes unternehmen. Wir fürchten steigende Energiepreise mehr als die Zerstörung eines ganzen Landes.“
Ist es wirklich dieses Europa, das Sie verkörpern wollen?
Ein Europa, das zusieht, wie ein verbündetes Volk massive Angriffe auf Kraftwerke, Netze und Städte erleidet, und darauf lediglich mit „tiefer Besorgnis“ in Kommuniqués und mit kümmerlichen Waffenlieferungen reagiert?
Ich wende mich an Sie als Oberst, der den Preis der Untätigkeit kennt und die Kosten allzu lange aufgeschobener Entscheidungen.
Das ist es, was Ehre, gesunder Menschenverstand und einfache Menschlichkeit verlangen:
1. Die Luftverteidigung der Ukraine unverzüglich und umfassend verstärken. Schluss mit Halbmaßnahmen. Schluss mit dem Zögern bezüglich Typ, Reichweite oder Anzahl der Systeme. Jeder Tag und jede Nacht ohne zusätzlichen Schutz ist ein weiterer Tag, der den russischen Angriffen geschenkt wird.
2. Eine dauerhafte Unterstützung der ukrainischen Energieinfrastruktur sicherstellen. Lieferung von Ausrüstung, Transformatoren, Generatoren, Ersatzteilen und technischen Teams: Es reicht nicht, Hilfe anzukündigen – sie muss schnell vor Ort eintreffen, in ausreichender Menge, um zu reparieren, zu verstärken und zu schützen.
3. Die Dinge beim Namen nennen. Schluss mit lahmer, verschwommener Rhetorik. Klar feststellen, dass systematische Angriffe auf kritische zivile Infrastruktur Verbrechen sind. Die direkte Verantwortung der russischen Führung und Wladimir Putins für den Terror offen anerkennen.
4. Internationale Strafverfolgung vorbereiten. Sammeln, dokumentieren, bezeugen – so, dass das, was heute in der Ukraine geschieht, vor Gericht verhandelt wird. Sie können sich nicht länger überrascht oder uninformiert geben. Die Welt wird wissen, wer befohlen hat, wer ausgeführt hat – und wer dies hat geschehen lassen.
5. Die politischen und wirtschaftlichen Kosten der Entscheidungen bewusst tragen. Ein Staat zu führen bedeutet nicht nur, kurzfristige Zyklen und Umfragen zu managen. Es bedeutet auch, den eigenen Bürgern ehrlich zu erklären, dass der Schutz von Freiheit, menschlicher Würde und europäischer Sicherheit seinen Preis hat. Ihn heute nicht zu zahlen heißt, morgen einen viel höheren Preis zu zahlen – in einer brutaleren, instabileren und gefährlicheren Welt.
Eines Tages wird der Krieg enden.
Die Ukraine wird ihre Toten und Verwundeten zählen, ihre zerstörten Häuser und Kraftwerke. Die Archive werden sprechen. Zeugnisse werden sich anhäufen. Bilder werden bleiben.
Dann wird die Geschichte eine einfache Frage stellen: Was taten die europäischen Regierungen, während Russland systematisch Kraftwerke bombardierte, Städte in Dunkelheit tauchte und Kälte und Nacht zu Waffen langsamer Vernichtung machte? Und Ihre Namen, Ihre Ämter, Ihre Entscheidungen – oder Ihr Ausbleiben von Entscheidungen – werden Zeugnis Ihrer Untätigkeit ablegen.
Sie haben noch die Wahl, nicht zu denen zu gehören, die wegsahen.
Sie haben noch die Möglichkeit, den Werten würdig zu sein, die Sie proklamieren. Aber diese Wahl muss jetzt getroffen werden, nicht in Memoiren, die Sie eines Tages schreiben werden, um Ihre eigene Rolle zu beschönigen.
Ich schreibe Ihnen ohne Illusionen, aber mit einer kompromisslosen Forderung:
Hören Sie auf, sich hinter „Komplexität“, hinter Verfahren und Wahlkalendern zu verstecken. Blicken Sie denen in die Augen, die in der Ukraine leben, leiden und sterben – unter Beschuss, in Kälte und Dunkelheit –, denen Ihre Langsamkeit erlaubt, sich festzusetzen.
Oberst Paul-Michel Manandiz, Oberst, der sich weigert, Vorsichtd mit Feigheit zu verwechseln, Strategie mit Gleichgültigkeit, Diplomatie mit stillschweigender Mittäterschaft
🔗 Originalquelle
Art der Quelle: Social Media
Titel des Originals: Offener Brief an die europäischen „Führer“. Paul-Michel Manandise. 14.01.2025.
Autor: Paul-Michel Manandise
Veröffentlichung / Entstehung: 14.01.2025.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
Link zum Originaltext:
Original ansehen
Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.