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Jeden Morgen lese ich die militärischen Lageberichte. Die Schärfe der Wahrnehmung ist schon abgestumpft, vielleicht nur bei mir, aber wenn von Treffern in unseren Städten die Rede ist, bleibt von den Gefühlen — von starken Gefühlen — nur Müdigkeit.
Wieder, denke ich. Wieder haben SIE unsere Städte getroffen, unsere Häuser, unsere Menschen. Es ist unmöglich, etwas scharf zu empfinden, das dich schon seit mehr als drei Jahren betrifft.
Berichte über UNSERE Treffer an ihren Raffinerien, Basen, Stäben und, man soll es nicht verschweigen, auch Städten rufen ebenfalls keinen besonderen Emotionsschub hervor.
So soll es sein.
Das ist richtig.
Und es gelingt nicht, durchdringend froh zu sein über das, was schon fast zweitausend Tage dauert.
Und all diese Berichte ziehen vorüber und hinterlassen ein Gefühl der Enttäuschung.
Ehrlich.
Ja, wieder ist eine Raffinerie abgebrannt. Aber wenn die erste Meldung über die erste Raffinerie einen Sturm der Freude ausgelöst hat — wir erinnern uns doch, wie jene beiden Hubschrauber 2022 in Belgorod uns und SIE erschütterten —, so ist es jetzt… Jetzt ist es ja angenehm, das zu hören und sich vorzustellen, dass dort auch nachts niemand schläft, dass Treibstoff in Flammen aufging, dass jemand entsetzt vor den Fenstern zurückschreckt oder sogar von einem Splitter getroffen wird. Aber die Hauptemotion bei mir ist nicht Entzücken, nicht Freude, sondern müde Zufriedenheit. Ich weiß, dass es genau SO sein muss, dass das — RICHTIG ist, aber…
Es bleibt ein Gefühl der Unzufriedenheit.
Manchmal scheint es, als würde ich selbst dann nur nicken und denken „gut, natürlich“, wenn morgen alle ihre Raffinerien in Flammen stünden, aber…
Heute habe ich verstanden, was genau ich will.
Nein, den Sieg will ich natürlich unbedingt, daran zweifle ich nicht, aber gerade jetzt, ganz konkret jetzt, habe ich den Wunsch…
Das Seltsamste ist, dass ich sicher bin — dieses Verlangen haben auch Millionen Russen, sowohl diejenigen, die Frieden wollen, als auch diejenigen, die uns vernichten wollen und es ehrlich meinen. Ein gemeinsamer Wunsch.
Ein leidenschaftlicher Wunsch.
Dessen Erfüllung echte und unverfälschte Freude hervorrufen wird.
Ich brauche EINEN SCHLAG AUF MOSKAU. Damit dort die Sirenen vor Schrei ersticken. Damit die Bewohner Moskaus auf der Suche nach Schutz umherirren und ihre Kinder an sich drücken. Damit Feuer auflodern. Damit die Moskauer das erleben, was sie mit ihrer Zustimmung den Ukrainern haben erleben lassen.
Genau die Moskauer.
Ich bin kein grausamer Mensch, aber ich will, dass sie jede Nacht Explosionen hören. Dass die Uhren am Spasskaja-Turm in Splitter zerspringen und das GUM einsinkt und zusammenstürzt.
Weil das GERECHT wäre. Das wäre ehrlich und richtig.
Und ich wünsche mir wahnsinnig, dass ich in Bezug auf diese Schläge keine starken Gefühle mehr empfinde. Dass das brennende und vor Explosionen erschaudernde Moskau in mir nicht Entzücken auslöst, sondern einfach das Bewusstsein, dass alles seinen richtigen Gang geht.
Und wie sonst?
Der Krieg muss dorthin zurückkehren, woher er gekommen ist.
Zu euch, meine lieben Moskauer.