Die CIA entlarvte Putins Lüge | Vitaly Portnikov. 01.01.2026.

Die Nationale Sicherheitsagentur und die Central Intelligence Agency der Vereinigten Staaten haben laut der Zeitung Wall Street Journal keinerlei Bestätigung für die russischen Behauptungen gefunden, wonach ukrainische Drohnen die Residenz des russischen Präsidenten Putin in Waldai angegriffen hätten. Amerikanische Beamte, die mit den Journalisten dieser Zeitung gesprochen haben, betonten, dass die Ukraine ein anderes Ziel angegriffen habe, das sich Dutzende Kilometer von Putins Residenz entfernt befand, und dass dem russischen Staatschef somit keinerlei Gefahr gedroht habe.

Zuvor hatte der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, in seinem sozialen Netzwerk einen Leitartikel der Zeitung New York Post weiterverbreitet, in dem behauptet wird, dass gerade Putin heute den Weg zur Beendigung des Krieges in der Ukraine versperrt. In einem scharf formulierten Leitartikel betont das Blatt, dass gerade der russische Diktator den amerikanischen Präsidenten Donald Trump daran hindere, Frieden in der Ukraine zu erreichen. Zugleich erinnert es daran, dass die Ukraine ihren Teil der Arbeit getan habe. Die New York Post widerlegt außerdem Putins Behauptungen über einen angeblichen Angriff ukrainischer Drohnen auf seine Residenz und ruft dazu auf, den Krokodilstränen des russischen Staatschefs keinen Glauben zu schenken.

So ist nach der emotionalen Reaktion des amerikanischen Präsidenten Donald Trump auf die Meldung über einen angeblichen Angriff auf Putins Residenz – über den Putin selbst Trump in ihrem letzten Telefongespräch informiert hatte – nun der Moment der Wahrheit gekommen. Als Fachleute begannen, die Informationen des russischen Präsidenten zu überprüfen, wurde völlig offensichtlich, dass Putin blufft.

Mehr noch: Der russische Präsident war so wenig daran interessiert, seiner Geschichte Glaubwürdigkeit zu verleihen, dass er nicht einmal den Versuch unternahm, wenigstens einen Angriff eigener Drohnen auf seine Residenz zu inszenieren, um zu zeigen, dass der Vorfall tatsächlich stattgefunden habe. 

Als Adolf Hitler in einer ähnlichen Situation Polen beschuldigte, den deutschen Radiosender Gleiwitz angegriffen zu haben – was den formalen Vorwand für den Beginn des Zweiten Weltkriegs lieferte –, verkleidete er seine eigenen SS-Leute in polnische Uniformen, damit die vom Reich organisierte Provokation glaubwürdig wirkte. Putin, wie man aus vielen seiner Äußerungen schließen kann, hält sich für einen treuen Schüler Hitlers – doch er ist ein Hitler in der Billigversion, der sich nicht einmal die Mühe macht, Provokationen so zu inszenieren, dass sich die von ihm in seinem Telefongespräch mit seinem amerikanischen Kollegen vorgebrachten „Fakten“ irgendwie belegen ließen.

Warum tat Putin das? Meiner Ansicht nach, um Zeit in den Friedensverhandlungen zu gewinnen. Der russische Präsident war extrem verärgert darüber, dass Donald Trump mit Volodymyr Zelensky und den Staats- und Regierungschefs Europas über einen Friedensplan verhandelt und beabsichtigt, diese Vereinbarungen mit dem ukrainischen Präsidenten und den europäischen Spitzenpolitikern als gemeinsame Vorschläge der Vereinigten Staaten, der europäischen Länder und der Ukraine zu präsentieren.

In Putins Vorstellung muss das alles ganz anders laufen, und sein Berater Juri Uschakow macht daraus keinen Hehl. Die Russen wollen ausschließlich mit den Amerikanern verhandeln und mit ihnen darüber entscheiden, wie die Landkarte Europas und das Schicksal der Ukraine aussehen sollen. Der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, soll diese Entscheidungen, die von Trump und Putin getroffen werden, lediglich zur Kenntnis nehmen und ihnen per Definition zustimmen. Die Ukraine soll überhaupt kein Teilnehmer der Diskussion über ihr eigenes Schicksal sein.

Da der amerikanische Präsident einer so dreisten Position der russischen Führung, die Putin hilft, in den Verhandlungen mit Trump zu bluffen, nicht zustimmen kann, fand man im Kreml einen Weg, den Verhandlungsprozess zu verzögern, indem man die Ukraine beschuldigte, Putins Residenz angegriffen zu haben.

Erstens erlaubte es Putin, die Mitteilungen Trumps über seine Vereinbarungen mit Zelensky zu ignorieren und dem amerikanischen Präsidenten klarzumachen, dass nach einem solchen Angriff all diese Absprachen angeblich hinfällig seien und Russland nun eine andere Verhandlungsposition einnehmen könne – deren Inhalt der Kreml nicht offenlegt, weil die Russische Föderation ohnehin nie zu echten Verhandlungen über ein Ende des Krieges geneigt war.

Zweitens erhielt Putin die Möglichkeit, erneut kategorisch zu betonen, dass er nicht mit dem Präsidenten der Ukraine, Volodymyr Zelensky, in Kontakt treten werde. Möglicherweise fürchtete er, dass bei den Gesprächen zwischen Trump und Zelensky auch eine dreiseitige Begegnung mit dem russischen Präsidenten zur Sprache gekommen sein könnte. Für Putin aber würde ein Treffen mit dem Präsidenten der Ukraine als gleichberechtigtem Verhandlungspartner die Anerkennung der Legitimität des ukrainischen Staates bedeuten – etwas, das nicht zu seinen Plänen der Zerschlagung der ukrainischen Staatlichkeit gehört.

Mit seiner Geschichte über angebliche Angriffe auf seine Residenz versuchte Putin also, Trump von einem anderen Verhandlungsformat zu überzeugen: eines, in dem die Amerikaner ausschließlich mit den Russen sprechen und in dem die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland unabhängig davon bestehen, wie viele Jahre der Krieg gegen die Ukraine noch dauern wird. Doch außer der ersten emotionalen Reaktion des amerikanischen Präsidenten erreichte Putin keinerlei wirkliche Erfolge.

Als sich Fachleute der Sache annahmen, stellte sich schnell heraus, dass der russische Präsident erneut gelogen hatte – wie schon so oft in seiner beschämenden und talentlosen politischen Karriere. Die Lüge ist das Fundament der politischen Kultur der russischen Geheimdienste und all jener, die sie in der Russischen Föderation unterstützen – ein wahres Reich der Täuschung.

Nun kann die amerikanische Regierung härter auf die weiteren Schritte Moskaus in Bezug auf den Friedensplan reagieren. Wichtiger ist es jedoch, darüber nachzudenken, wie sich der Druck auf die Russische Föderation in den kommenden Monaten entwickeln wird, wenn endgültig klar wird, wie sehr Putin nicht will, dass auf ukrainischem Boden die Kanonen und Raketen schweigen.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: ЦРУ викрило брехню Путіна | Віталій Портников. 01.01.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 01.01.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Putin verspottet CIA | Vitaly Portnikov. 21.08.2025

Der Sondergesandte des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff, übergab der stellvertretenden Direktorin der CIA, Julian Galini, den russischen „Orden des Mutes“ – eine Auszeichnung, die für ihren Sohn Michael Gloss bestimmt war, der in der russischen Armee am Krieg Russlands gegen die Ukraine teilnahm und dort ums Leben kam.

Den Orden hatte Steve Witkoff bei seinem letzten Besuch in Moskau von Russlands Präsident Wladimir Putin erhalten. Anfangs berichteten die Medien, Putin habe Witkoff den Leninorden übergeben, was zu erheblicher Verwirrung führte – denn der Leninorden ist eine sowjetische, längst abgeschaffte Auszeichnung und nicht im Katalog der staatlichen Orden der Russischen Föderation enthalten. Doch nun ist alles aufgeklärt: Putin übergab dem US-Sondergesandten tatsächlich einen russischen Orden – bestimmt für einen Söldner, der in der Invasionsarmee auf fremdem Boden kämpfte. Und dieser US-Sondergesandte übergab die Auszeichnung an eine amerikanische Spitzenbeamtin – nicht irgendeine, sondern die stellvertretende Direktorin der CIA.

Natürlich wird man das Ganze jetzt mit einem moralischen Anstrich versehen: Das Leid einer Mutter, die ihren Sohn verloren hat. Das Mitgefühl Witkoffs, der selbst eine ähnliche Familientragödie erlebte und immer wieder daran erinnert. Der trauernde Vater übergibt der trauernden Mutter ein „Andenken“, das Trost spenden soll. Welch menschliche Geste!

Doch in Wahrheit handelt es sich bei diesem „Andenken“ um einen russischen Orden, befleckt mit dem Blut der Ukrainer, die Russland überfallen hat – in der Armee, in der der Sohn der CIA-Vizedirektorin diente. 

Und dies geschieht ausgerechnet durch Russland – den strategischen Gegner der Vereinigten Staaten. Russlands Geheimdienste haben die CIA nicht bei Empfängen getroffen, sondern im offenen Kampf. Sie haben mehrfach direkt zum Tod amerikanischer Geheimdienstler beigetragen.

Es geht hier also nicht um ein Land, das zufällig in einer „schwer moralisch zu bewertenden“ fernen Auseinandersetzung steckt. Nein – es geht um eine Auszeichnung, überreicht von einem Mann, der vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gesucht wird. Um einen Orden, verliehen für Teilnahme an Aggression, an der Tötung von Zivilisten, an der Besetzung fremder Territorien. Um ein Symbol eines Staates, der systematisch die USA und deren Verbündete destabilisiert – mit Opfern in CIA und anderen Diensten, und unabsehbaren Folgen für die Zukunft.

Gleichzeitig erschreckt der Präsident der Vereinigten Staaten seine Bürger mit der Drohung eines Dritten Weltkriegs. Und mit wem, bitte, würde dieser Krieg geführt? Natürlich mit Russland – wie Trump selbst sagt, besitzen beide Länder das größte Nuklearpotenzial der Welt.

Und in diesem Kontext übergibt ein offizieller Vertreter der US-Regierung, eng vertraut mit Donald Trump, eine russische Kriegsauszeichnung an die Mutter eines Söldners – die zudem stellvertretende CIA-Direktorin ist. Und die CIA selbst erklärt, das sei ein persönliches Leid, über das man nicht sprechen oder das man nicht kommentieren solle.

Doch man muss darüber sprechen. Denn es ist offensichtlich: Der Verlust eines Sohnes ist eine Tragödie für jede Mutter – selbst wenn dieser Sohn ein Söldner und Mörder war. Für die Mutter bleibt er Kind, nicht Mitglied einer verbrecherischen Gruppe – selbst wenn diese Gruppe die russische Armee ist. Niemand stellt das Leid der CIA-Vizedirektorin infrage, ebenso wenig das Leid Steve Witkoffs.

Aber: Der Orden ist ein russischer Orden. Und das macht den Unterschied. Wer ihn entgegennimmt oder weiterreicht, wird Teil des Verbrechens, Teil der Aggression, Teil der Sympathie für diese Aggression. Indem Putin den Orden in die Hand von Steve Witkoff legte – der ohnehin mehr wie Putins Vertreter in Trumps Administration wirkt als umgekehrt –, markierte er ihn als jemanden, der bereit ist, russische Interessen zu verteidigen und absurdeste, unmoralischste Aufträge des Kremls auszuführen.

Nach diesem Orden kann man von Witkoff alles erwarten – nicht nur bei Verhandlungen mit Putin. Putin hat, wenn man so will, Witkoffs moralische Grenze getestet – und festgestellt: Es gibt sie gar nicht.

Und dann übergibt Witkoff den Orden an die CIA-Vizedirektorin – und zeigt damit ein völlig neues Bild amerikanischer Geheimdienste. Ein Bild, das nach Trumps Amtsantritt nur eines belegt: den Verlust von Kompetenz und Effizienz. Was soll man auch erwarten, wenn die CIA-Leitung Listen von Mitarbeitern veröffentlicht, die jahrelang im Russland-Umfeld tätig waren, und sie damit ihres Schutzes beraubt – ein Geschenk an den FSB, Putins Machtbasis.

Natürlich wird die politische Sekte, die Trump und seine Leute im Weißen Haus verehrt, zahllose Argumente finden, warum die Annahme und Weitergabe des „Ordens des Mutes“ ein normaler politischer Schritt sei – ja sogar einer, der dem Frieden diene. Doch genau deshalb darf man von den USA unter Trump keine realen Schritte erwarten, die aggressive Diktaturen ernsthaft begrenzen. Und der Tag ist nah, an dem die Amerikaner selbst die Konsequenzen begreifen werden: was es bedeutet, wenn Unmoral zur Politik erhoben wird.

Trump behauptet, er wolle zusammen mit seinem Team in den Himmel gelangen. Doch Menschen, die Moral vergessen haben, lässt man nicht einmal bis an die Schwelle des Fegefeuers – geschweige denn ins Paradies. Sie bleiben dort, wo sie immer waren, während ihrer ganzen politischen und geschäftlichen Karriere. Und das, so scheint mir, gilt gleichermaßen für Donald Trump wie für Steve Witkoff.