Putin wurde in Afrika zerschlagen | Vitaly Portnikov. 27.04.2026.

Russische Söldner im afrikanischen Staat Mali haben eine verheerende Niederlage erlitten und geben nun westlichen und ukrainischen Ausbildern die Schuld an ihrem Fiasko, die angeblich die Gegner der malischen Militärjunta ausbilden.

Tatsächlich war das Afrikakorps, das – wenn man es genau betrachtet – eine Fortsetzung von Prigoschins Wagner unter der Kontrolle des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation ist, gezwungen, unter enormen Verlusten und unter den jubelnden Rufen der lokalen Bevölkerung die strategisch wichtige Stadt Kidal im Norden Malis zu verlassen. 

Der Verteidigungsminister Malis, Sadio Camara, der für seine engen Verbindungen zu den Wagner-Leuten und zum Kreml bekannt war, wurde in seiner eigenen Residenz getötet. Der Leiter der örtlichen Geheimdienste und der Generalstabschef der Streitkräfte Malis wurden bei einem Angriff bewaffneter Gruppen auf die malische Hauptstadt Bamako schwer verwundet.

Und nun, nachdem die ehemaligen Wagner-Kämpfer gezwungen sind, sich hastig aus den nördlichen Regionen Malis zurückzuziehen, steht sowohl die Kontrolle der Regierung über die Hauptstadt und andere Regionen als auch überhaupt die territoriale Integrität Malis in Frage, das in zwei Staaten zerfallen könnte, die weiterhin gegeneinander kämpfen werden.

Man könnte natürlich fragen, was denn an der Niederlage russischer Söldner positiv sein soll, wenn sie zum Zusammenbruch von Stabilität und territorialer Integrität in einem afrikanischen Staat führt. Doch die Antwort auf diese Frage ist recht einfach. Russland kann durch Spezialoperationen und Militärputsche – das wissen wir selbst aus eigener Erfahrung sehr gut – dazu beitragen, Kräfte an die Macht zu bringen, die sich am Kreml orientieren. Aber diese Kräfte so zu unterstützen, dass sie tatsächlich in der Lage sind, die Kontrolle über ihr eigenes Land zu etablieren, dazu ist Moskau nicht mehr fähig.

Schon damals, als die Russen die Kontrolle über die Sahel-Region erlangten und Afrika praktisch in zwei Teile teilten, betonten die meisten Beobachter, die sich mit afrikanischen Problemen auskannten, dass, wenn die neuen Regime in Afrika nicht auf westliche Unterstützung hoffen könnten und westliche Ausbilder und Truppen aus der Region vertreiben würden, dies höchstwahrscheinlich zu einer Stärkung separatistischer und islamistischer Tendenzen führen würde – und Moskau nicht in der Lage wäre, die Rolle einer stabilisierenden Kraft zu übernehmen. Mehr noch: Gerade die Präsenz der Russen mit ihrer Brutalität und ihrer Bereitschaft, die lokale Bevölkerung zu töten und zu plündern, würde im Gegenteil diejenigen stärken, die gegen die illegitimen Militärjuntas kämpfen.

Genau das geschieht jetzt vor unseren Augen in Mali. Die lokalen Tuareg, die seit langem für die Abspaltung ihrer Region von Mali eintreten, haben ihre Kräfte mit islamistischen Gruppierungen vereint. Und gemeinsam sind diese beiden Kräfte natürlich deutlich effektiver als die malische Armee und die Russen, die sie unterstützen.

Die malische Militärjunta genießt nicht nur derzeit keine Unterstützung in der eigenen Bevölkerung, sondern wird mit den Verbrechen in Verbindung gebracht, die von den Russen begangen werden, die die lokale Bevölkerung selbstverständlich nicht als Menschen betrachten. Und somit geht es ausschließlich darum, wann die Militärs in Mali, die seit vielen Jahren mit Unterstützung der Russen an der Macht sind, diese Macht verlieren werden.

Gleichzeitig könnte Mali zu einem Staat ohne stabile territoriale Integrität und Führung werden. Das ist nur eine Frage der Zeit. Es ist also genau das geschehen, was fast immer geschieht, wenn sich die Russen einmischen. Sie feiern den Sieg, plündern die lokale Bevölkerung, leiten Geld in die Taschen Putins und in den russischen Staatshaushalt, und danach beginnt eine vollständige Destabilisierung.

Denn strategische Pläne zur Aufrechterhaltung von Stabilität hat der Kreml in der Regel nicht. Und weil er sich in der Regel auf Abschaum stützt – auf jene, die auf Seiten prorussischer Kräfte kämpfen, und auf jene, die aus Russland kommen, um als Söldner im Dienst grausamer und berüchtigter afrikanischer Regime zu stehen. Und natürlich stärkt das nur die Geschlossenheit jener, die für die Zerschlagung dieser Regime eintreten, und erhöht ihre Möglichkeiten.

Noch vor Kurzem war es schwer vorstellbar, dass der Verteidigungsminister Malis, der über solche außergewöhnlichen Vollmachten verfügte und besondere Kontakte zu Putin hatte, einfach in seiner eigenen Residenz getötet werden würde. Jetzt ist nicht einmal klar, ob das Regime überhaupt jemanden finden wird, der das gleiche Vertrauen der ehemaligen Wagner-Kämpfer und der russischen politischen Führung genießen wird.

Und man muss zudem sagen, dass die Russen ihre Niederlage in der nördlichen Provinz Malis mehrere Tage lang verschwiegen, die Tatsache bestritten, dass sie gezwungen waren, die Stadt Kidal kampflos den Tuareg und islamistischen Kämpfern zu überlassen und sich von dort zurückzuziehen – begleitet von Videoaufnahmen lokaler Bewohner, die den besiegten und erbärmlichen russischen Banditen applaudierten. Eine weitere beschämende Episode in der Geschichte der russischen Streitkräfte.

Denn inzwischen ist das rechtlich längst nicht mehr Prigoschins Truppe, sondern jene, die vom Verteidigungsministerium der Russischen Föderation rekrutiert wurden. So ergibt sich die Situation, dass, während der Verteidigungsminister sich in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang mit dem Diktator Kim Jong Un fotografieren lässt und von gemeinsamen Erfolgen im Gebiet Kursk spricht – also von der Wiederherstellung der Kontrolle Russlands über sein eigenes Territorium –, russische Söldner auf einem anderen Kontinent eine vorhersehbare Niederlage erleiden.

Das Einzige, was man begreifen muss – und das hängt wiederum immer mit den Handlungen der Russen in der einen oder anderen Region der Welt zusammen –, ist, dass, nachdem sie dort zerstört und endgültig vertrieben wurden, es lange Zeit keine Stabilität geben kann. Denn Putins eigentlicher Erfolg besteht darin, nach sich nur Ruinen zu hinterlassen.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Путіна розгромили в Африці | Віталій
Портников. 27.04.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 27.04.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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