Ein Stalinist im ukrainischen Pantheon? Der Fall Iwan Koschedub. Vitaly Portnikov. 29.08.2026.

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Die Diskussionen über das Pantheon sorgen weiterhin für echtes Erstaunen – vor allem wegen des Fehlens irgendwelcher nachvollziehbarer Kriterien für die Ehrung Verstorbener und wegen der erneuten Versuche, Äpfel und Birnen zusammenzuzählen. Vom Leiter des Präsidialamtes haben wir beispielsweise gehört, dass die Person des Piloten Iwan Koschedub bei den Teilnehmern der Diskussion keinerlei Zweifel hervorrufe.

Nun, auch ich habe keinerlei Zweifel daran, dass der sowjetische Marschall Koschedub ein großer Pilot war. Aber eben ein sowjetischer Pilot, wenn auch ukrainischer Herkunft. Er ist in Moskau begraben, sodass es natürlich niemals zu einer Umbettung kommen wird. Es wird sich kein Verwandter des Marschalls finden, der jemals damit einverstanden wäre, dass sein Großvater neben Konowalez liegt. Und auch die russische Regierung wird diese sterblichen Überreste niemals herausgeben. Es geht also wieder einmal um eine symbolische Entscheidung.

Aber auch Symbolik muss einen Sinn haben. Koschedubs Rolle im Zweiten Weltkrieg ist unbestreitbar. Ebenso unbestreitbar ist seine Rolle im Koreakrieg, wo er die sowjetischen Piloten befehligte. Er befehligte sie sehr erfolgreich, nur schossen diese Piloten nun keine Deutschen mehr ab, sondern Amerikaner. Und diese Amerikaner blieben bis zu seinem Tod die Hauptfeinde des Marschalls. Er erfand sogar die Geschichte, er habe während des Zweiten Weltkriegs amerikanische Flugzeuge abgeschossen, weil diese ihn angeblich für einen deutschen Piloten gehalten und angegriffen hätten.

Im Gegensatz zu den Teilnehmern der Diskussion über das Pantheon kannte ich Iwan Koschedub persönlich; für mich ist er keine mythische Figur von irgendwelchen Porträts. Ich berichtete über seinen Auftritt auf dem Kongress der Volksdeputierten der Sowjetunion, von dessen Rednertribüne der Marschall dazu aufrief, gegen jegliche Veränderungen zu kämpfen und zur Offensive gegen die „Konterrevolution“ überzugehen. Und ja, er war ein echter Stalinist, ein überzeugter und ideologisch gefestigter Gegner jedes Versuchs, ukrainische – ebenso wie irgendeine andere – Souveränität zu erlangen. Der sowjetische Marschall starb wenige Tage vor der Ausrufung der Unabhängigkeit der Ukraine, aber Sie können sicher sein, dass dies für ihn eine echte Katastrophe gewesen wäre.

Kyrylo Budanov kann also natürlich von einem Konsens der Kommissionsmitglieder hinsichtlich der Person Koschedubs sprechen, aber er sollte eine ziemlich einfache Sache wissen: Wäre er dem echten Koschedub begegnet, hätte dieser ihn einfach erschossen. Eigenhändig. Und das, was er in seinem letzten Augenblick vom Marschall zu hören bekommen hätte, wäre noch harmlos gewesen im Vergleich zu dem, was Putin über die Ukraine sagt.


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Art der Quelle: Social Media

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 29.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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