Ukraine bewahren. Vitaly Portnikov. 13.07.2026.

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Im Netz verbreiten sich Berichte darüber, wie Xenophobe in Polen Ukrainer angreifen. Ich könnte natürlich sagen, dass es viel mehr Polen gibt, die ein solches Verhalten nicht unterstützen – Millionen von Menschen, die den Ukrainern geholfen haben, sich vor dem Krieg zu retten.

Aber ich möchte jetzt über etwas anderes sprechen. Die wichtigste Garantie für eure Sicherheit sind nicht Veränderungen in einem fremden Land und auch nicht ein erfolgreicher Kampf gegen die Fremdenfeindlichkeit. Die wichtigste Garantie ist, dass ihr euren eigenen Staat habt. Natürlich ist es sehr gut, wenn auch fremde Länder tolerant sind – aber ihr könnt nicht für die Entwicklung ihrer Gesellschaft verantwortlich sein.

Als ich die Bedeutung der Ukraine als Zufluchtsort betonte, sagten mir viele, ich denke archaisch und die Zeit der Nationalstaaten sei vorbei.

Nein, Freunde. Die Zeit der Nationalstaaten ist gekommen – so, wie sie in Zeiten von Kriegen und Erschütterungen immer kommt. Und genau in einer solchen Epoche leben wir und werden wir leben.

Wisst ihr, was es mir ermöglicht, mit erhobenem Haupt zu gehen? Die Existenz der Ukraine – ja. Aber auch die Existenz Israels.

Seit dem 1. September 1974 heißt es zu mir: „Geh nach Israel!“– also seit meinem ersten Schultag. Genauso, wie man diese Mädchen im Video heute aufforderte: „Geht in die Ukraine!“ Und man schickt mich nun schon seit 52 Jahren ununterbrochen nach Israel. Es genügt, die Kommentare unter irgendeinem meiner Texte zu öffnen, um das zu sehen.

Wie im Fall Polens sage ich mir immer, dass es viel mehr Ukrainer gibt, die keine Xenophoben sind. Und dass diejenigen, die mir das Recht absprechen, in der Ukraine zu leben, die ich als meine Heimat betrachte, in der Minderheit sind. Aber ich kann nicht für Tendenzen verantwortlich sein, die sich unter den Ukrainern verändern könnten. Ich kann nicht sicher sein, dass diese anständigen Menschen mich immer schützen werden. Und dann erinnere ich mich daran, dass andere Menschen eine nationale Zuflucht geschaffen haben – damit ich mich sicher fühlen kann, unter den Meinen. Dort, wo mich niemand irgendwohin schicken wird. Ich bin diesen Menschen aufrichtig dankbar. Immer.

Als ich zur Schule ging und man mich nach Israel schickte, schmerzte mich der Gedanke, dass die Ukrainer in Wirklichkeit nirgendwohin gehen konnten. Dass sie keine eigene nationale Regierung hatten – und viele von ihnen sich dessen nicht einmal bewusst waren. Deshalb war für mich die Idee der Unabhängigkeit der Ukraine genauso wichtig wie die Souveränität Israels. Ich wollte für die Ukrainer immer das tun, was andere Menschen für mich getan haben.

Und ich denke, dass die Erscheinungsformen des Hasses gegen Ukrainer in anderen Ländern uns erneut vom Wert des ukrainischen Staates überzeugen sollten. Stellt euch vor, wie sich meine Urgroßväter und Urgroßmütter fühlten, als auch sie vertrieben wurden – und sie hatten keinen Ort, an den sie gehen konnten. Schließlich wurden sie ausgeraubt und ihre Häuser niedergebrannt.

Stellt euch einfach vor, was mit euch geschehen wird, wenn es die Ukraine nicht mehr gibt. Wohin sollen Menschen gehen, die aus einem fremden Land vertrieben werden, in dem sie vor Not und Leid Zuflucht gesucht haben?

Deshalb sollte jede solche Erscheinungsform der Fremdenfeindlichkeit euch nicht nur davon überzeugen, dass Polen oder Europa verändert werden müssen. Sie sollte euch vor allem davon überzeugen, wie wichtig es ist, die Ukraine zu bewahren.


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Art der Quelle: Social Media

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 13.07.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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