Die USA sind in Isolation geraten | Vitaly Portnikov. 14.03.2026.

Bei dem virtuellen Treffen der Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten bestand nur Donald Trump auf der Möglichkeit, die Sanktionen gegen Russland zu lockern, um das Ölgleichgewicht wiederherzustellen und einen erheblichen Anstieg der Ölpreise zu vermeiden, der im Zusammenhang mit dem anhaltenden Krieg im Nahen Osten und der faktischen Blockade der Straße von Hormus durch Iran entsteht.

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz und der kanadische Premierminister Mark Carney, die an diesem Treffen teilnahmen, bestätigten ihre Position, wonach die Sanktionen gegen Russland fortgesetzt werden müssen. Sie erklärten, dass alle Teilnehmer der G7-Diskussion Donald Trump genau dies während der entsprechenden Gespräche deutlich gemacht hätten.

Friedrich Merz bemerkte, er sei überrascht gewesen, als er nach dem Gespräch mit Donald Trump und den anderen Teilnehmern der Gruppe der hochentwickelten Volkswirtschaften der demokratischen Welt erfuhr, dass man in Washington ihre Warnungen nicht berücksichtigt habe. Dies könne sowohl darauf hinweisen, dass Trump grundsätzlich die Position seiner Verbündeten nicht respektiert, als auch darauf, dass er die Gruppe der Sieben nicht als Gemeinschaft der führenden Staaten der demokratischen Welt wahrnimmt.

Denn der Begriff der demokratischen Welt ist für den amtierenden amerikanischen Präsidenten zweitrangig im Vergleich zu seinen Beziehungen zu autoritären Führern wie Vladimir Putin oder Xi Jinping. Und außerdem ist Trump in der Situation, in der er sich befindet, schlicht in Hektik geraten und versteht nicht, was er mit den steigenden Ölpreisen anfangen soll.

Das kann übrigens auch eine Antwort auf eine andere Frage sein. Trump hatte offensichtlich nicht damit gerechnet, dass Iran einen Krieg im Persischen Golf beginnen würde, indem er amerikanische Militäranlagen auf dem Territorium arabischer Staaten sowie die Infrastruktur jener Länder angreift, die die Stationierung amerikanischer Militärbasen auf ihrem Gebiet erlaubt haben. Trump hatte offensichtlich auch nicht damit gerechnet, dass Iran zur Blockade der Straße von Hormus greifen würde, weil er glaubte, dass dies selbst für die Ajatollahs aus wirtschaftlicher Sicht unvorteilhaft sei. Und wie so oft bei diesem rational denkenden amerikanischen Präsidenten hat er sich verrechnet, weil er die Psychologie religiöser Fanatiker oder autoritärer Führer wie Vladimir Putin nicht versteht, die bereit sind, kurzfristige wirtschaftliche Interessen für ein globales Ziel zu opfern.

Trump will keinen Anstieg der Ölpreise – selbst wenn er sagt, man müsse einem kurzfristigen Preisanstieg zustimmen, um das iranische Regime zu zerstören –, weil er nicht sicher ist, dass seine Wähler aus den ultrakonservativen Kreisen der Vereinigten Staaten dieser Logik zustimmen würden. Zumal viele von ihnen Donald Trump gerade deshalb gewählt haben, damit der amerikanische Präsident nicht länger an globalen Kriegen teilnimmt. Und damit solche globalen Kriege nicht zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage für die Amerikaner selbst führen.

Angesichts der bevorstehenden Wahlen zum amerikanischen Kongress, die zu einem Triumph der Demokraten führen könnten – und damit möglicherweise zu einem schnellen Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump und seinem Rücktritt vom Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten, falls die Demokraten plötzlich die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses gewinnen –, tritt die Frage des wirtschaftlichen Wohlergehens der Amerikaner in den Vordergrund. Denn bekanntlich stimmen ein großer Teil der sogenannten unentschlossenen Wähler in den Vereinigten Staaten sowie ein Teil der republikanischen Wählerschaft mit ihrem Geldbeutel ab. Und Trump, der überwältigende Wahlsiege gerade durch diesen „Geldbeutel-Effekt“ errungen hat, versteht das wie kaum ein anderer.

Möglicherweise hat ihn genau dies dazu veranlasst, sich mit einem Hilferuf an den russischen Präsidenten Vladimir Putin zu wenden – sowohl als möglichen Vermittler in Kontakten mit Iran als auch als jemanden, der dazu beitragen könnte, dass die iranischen Ajatollahs Donald Trump eine gewisse Illusion eines Sieges verschaffen. Eine Illusion, die es ihm ermöglichen würde, die iranische Operation ohne große energiepolitische und wirtschaftliche Verluste zu beenden, die sich bereits abzeichnen. Und außerdem deshalb, weil russisches Öl – selbst wenn man Putin vorübergehend erlaubt, es an Länder wie Indien, Bangladesch und andere Staaten des globalen Südens zu verkaufen, die aufgrund der Blockade der Straße von Hormus in eine echte Energiekrise geraten – die Ölpanik möglicherweise dämpfen könnte.

Heute lassen sich einige recht einfache Tatsachen feststellen. Solche Maßnahmen führen wegen der Markterwartungen und wegen des anhaltenden Krieges nicht zu einem Rückgang der Ölpreise. Weder die Freigabe strategischer Ölreserven, von der Donald Trump unmittelbar nach Bekanntwerden der drohenden großen Energiekrise sprach, noch die Lockerungen für Russland haben zu einer Senkung der Ölpreise geführt. Sie haben lediglich dazu geführt, dass Putin nun seinen Haushalt auffüllt, den er dringend für die Fortsetzung des Krieges in der Ukraine benötigt, und auf zusätzliche 10 Milliarden Dollar hoffen kann, wenn die amerikanischen Erleichterungen für russisches Öl über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben – und dafür gibt es alle politischen und militärischen Voraussetzungen.

Denn selbst Donald Trump spricht inzwischen bereits von mehreren Wochen Krieg mit Iran, während die iranischen Ajatollahs völlig andere, deutlich längerfristige Pläne haben könnten, die Vereinigten Staaten und Israel in diese Konfrontation hineinzuziehen. Und nur vom Umfang ihres verbleibenden militärischen Potenzials hängt nun ab, wann einer der wichtigsten Kriege im Nahen Osten tatsächlich enden wird.

Ein weiteres Ergebnis ist die faktische Isolation der Vereinigten Staaten von ihren Verbündeten. Praktisch keiner der Teilnehmer der Diskussion über eine Lockerung des Drucks auf Russland unterstützte Donald Trump. Einerseits, weil die Führer der anderen entwickelten Volkswirtschaften der Welt verstanden, dass eine Lockerung für russisches Öl das Ölgleichgewicht nicht verändern und nicht zu dem Ergebnis führen würde, auf das der amerikanische Präsident hofft – schlicht gesagt wissen sie im Unterschied zu Donald Trump etwas über Wirtschaft. Andererseits, weil sie begriffen, dass eine solche Entscheidung Washingtons einmal mehr die Schwäche der amerikanischen Position gegenüber den Ländern des globalen Südens und gegenüber China unterstreichen würde und damit auch nicht den Interessen Donald Trumps selbst entspricht.

Vladimir Putin wird sich die Taschen füllen, während der Präsident der Vereinigten Staaten nach Peking reisen wird – sofern sein Besuch im April überhaupt stattfindet, denn wir wissen nicht, wie weit sich die Krise in der Welt bis dahin entwickelt haben wird – und dort ohne „Karten“ erscheinen wird, jene Karten, die Donald Trump so gern als Metapher für politische Positionen verwendet. Mit diesen geschwächten Positionen, ohne Karten, wird er mit dem vor Selbstbedeutung strotzenden Vorsitzenden der Volksrepublik China und Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas, Xi Jinping, sprechen müssen.

Allerdings nur für den Fall, dass Xi Jinping bis April nicht zu dem Schluss kommt, dass die Schwäche der Vereinigten Staaten so groß ist, dass man in Asien einen eigenen Konflikt beginnen könnte, um noch einmal zu zeigen, dass die Vereinigten Staaten wenig ausrichten können, wenn es um ernsthafte autoritäre Führer geht und nicht um „Pappfiguren“ wie Ajatollah Khamenei.

Und wenn schon das islamische Regime Irans mehrere Wochen lang gegen die Vereinigten Staaten standhalten kann – was soll man dann erst über China sagen? Oder über Russland?


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: США оказались в изоляции | Виталий Портников. 14.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 14.03.2026.
Originalsprache: ru
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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