Der Außenminister der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, unterstützte in einem Gespräch mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi den Iran eindeutig in der Konfrontation mit den Vereinigten Staaten und Israel.
In der Erklärung des russischen Außenministeriums wurden noch schärfere Formulierungen und Vorwürfe verwendet. Die Russische Föderation fordert die Vereinigten Staaten und Israel auf, die Angriffe auf den Iran unverzüglich einzustellen, beschuldigt Israel, die russische Seite im Unklaren gelassen zu haben, und verweist darauf, dass Israel zuvor erklärt habe, kein Interesse an einer Konfrontation mit dem Iran zu haben.
Die russische Seite behauptet, die Handlungen der Vereinigten Staaten und Israels könnten zu einer echten Katastrophe im Nahen Osten führen. Mir schien jedoch immer, dass es gerade die Politik des iranischen Regimes ist, die zur Katastrophe im Nahen Osten führt – ein Regime, das über viele Jahre hinweg weder seine Konfrontation mit den Vereinigten Staaten noch seinen Wunsch, Israel zu zerstören, verborgen hat. Auch das iranische Atomprogramm, das übrigens nicht ohne Unterstützung des Kremls entstand – angefangen bei der Beteiligung russischer Spezialisten am Bau des Kernkraftwerks Buschehr –, war auf diese Konfrontation und auf diese Zerstörung ausgerichtet.
Meiner Ansicht nach hat die Islamische Republik das niemals verschwiegen. Auch die Schaffung der sogenannten „Achse des Widerstands“, bestehend aus den terroristischen Organisationen Hamas, Hisbollah und den Huthi im Jemen, trug zur dauerhaften Destabilisierung des Nahen Ostens bei.
Den 7. Oktober 2023 – ein Datum, das ohne direkte iranische Beteiligung kaum denkbar gewesen wäre – erwähne ich gar nicht erst. Ebenso wenig die russischen Bombardierungen von Aleppo und die iranische Unterstützung für das Regime von Baschar al-Assad. Jeder, der die Lage in der Region in den vergangenen Jahrzehnten aufmerksam verfolgt hat, weiß, dass der Iran das Zentrum der Instabilität war. Und natürlich auch Russland.
Daher überraschen die scharfen Bewertungen der Vereinigten Staaten durch Außenminister Sergej Lawrow und den stellvertretenden Vorsitzenden des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, den ehemaligen Präsidenten Dmitri Medwedew, kaum. Medwedew erklärte, Trump habe erneut sein wahres Gesicht gezeigt, und sagte voraus, dass der Iran mit seiner jahrtausendealten Geschichte und Zivilisation selbstverständlich größere Chancen habe, auf der politischen Landkarte der Welt zu verbleiben, als die Vereinigten Staaten.
Über Medwedews Äußerungen, die regelmäßig in sozialen Netzwerken erscheinen, um entweder Empörung oder Verwunderung auszulösen, wollen wir nicht weiter polemisieren. Stattdessen sollten wir auf die Tatsache aufmerksam machen, dass Moskau selbst dann nicht an eine Verurteilung denkt, wenn der Iran nicht nur Israel, sondern auch einen Großteil der Staaten am Persischen Golf angreift – Staaten, mit denen Russland offiziell gute Beziehungen unterhält.
Noch vor kurzem besuchte der Präsident der Russischen Föderation Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate und demonstrierte, dass Russland nach den von den Vereinigten Staaten und europäischen Ländern verhängten Sanktionen nicht politisch isoliert sei. Jetzt jedoch, da Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate von Explosionen in ihren Hauptstädten erschüttert werden und die Menschen sich vor den möglichen Folgen iranischer Bombardierungen schützen müssen, fand sich bei Lawrow und seinem Umfeld nicht einmal ein Wort der Verurteilung gegen das Land, das diese Angriffe durchführt. Auch ein ernsthaftes Gesprächsangebot an die Außenministerien der betroffenen Staaten blieb aus – obwohl weder Saudi-Arabien noch die Vereinigten Arabischen Emirate an den amerikanischen und israelischen Aktionen gegen die Islamische Republik beteiligt waren.
All dies erinnert erneut daran, dass Russland trotz aller Erklärungen über eine Zusammenarbeit mit den Staaten des Persischen Golfs und trotz aller Versuche, sich als Teil des globalen Südens zu positionieren, Verbündeter ganz bestimmter Staaten bleibt – jener Staaten, die auf Konfrontation mit den Vereinigten Staaten und anderen westlichen Ländern setzen. Mit diesen Staaten fühlt sich Russland durch gemeinsame Ziele verbunden: die Destabilisierung der zivilisierten Welt und die Stärkung des eigenen Einflusses durch eben diese Destabilisierung.
Diesen Zielen dient auch der russisch-ukrainische Krieg – das lässt sich aus der Reaktion Moskaus auf die Angriffe auf Teheran und andere iranische Städte und Militäranlagen erkennen. Putin hat selbstverständlich nicht die Absicht, diesen Krieg zu beenden, denn für ihn ist die Destabilisierung gewissermaßen eine gemeinsame „Achse des Widerstands“ mit der Volksrepublik China und der Islamischen Republik Iran. Die Unterstützung jedes totalitären Regimes, das bereit ist, Geld und Ressourcen einzusetzen und das Leben seiner eigenen Bürger zu opfern, um den Westen zu destabilisieren, entspricht genau jener politischen Zielsetzung, die in den kommenden Jahren und Jahrzehnten systematisch verfolgt werden wird.
Russland fällt es leichter, solche Politik zu betreiben, da es neben den Vereinigten Staaten die größte Nuklearmacht der Gegenwart ist. Dem Iran hingegen ist es bislang – zumindest bisher – nicht gelungen, Atomwaffen zu erlangen, die es ihm erlauben würden, ungestraft den Vereinigten Staaten und Israel zu drohen und die Region nach eigenem Ermessen zu destabilisieren.
Wie auch immer die aktuelle angespannte Situation im Nahen Osten ausgehen mag, eines ist offensichtlich: Moskau hat mit seiner Reaktion und mit seinen Anschuldigungen gegen die Vereinigten Staaten und Israel im Tonfall sowjetischer Außenministeriumserklärungen klar und unmissverständlich seine außenpolitischen Prioritäten und Bündnisse definiert – mit wem es sich verbündet, wen es verurteilt und gegen wen es bereit ist zu kämpfen.
Es stellt sich jedoch die Frage, ob Präsident Donald Trump dies bemerkt und versteht. In seinem illusionären Programm, die Beziehungen zwischen der Russischen Föderation und der Volksrepublik China zu lösen, übersieht er offenbar das Wesentliche. Diese Beziehungen beruhen nicht ausschließlich auf wirtschaftlichen Interessen, sondern auf gemeinsamen ideologischen Werten, die nicht nur Moskau und Peking, sondern auch Teheran teilen. Gerade diese gemeinsamen Werte werden es Putin nicht erlauben, ein Verhältnis zu den Vereinigten Staaten aufzubauen, das ihn daran hindern würde, gegen amerikanischen Einfluss in der Welt vorzugehen und zugleich den Einfluss Russlands – und selbstverständlich auch der Volksrepublik China – zu stärken, in deren politischem und wirtschaftlichem Hinterhof sich Russland und übrigens auch der Iran längst befinden.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Россия поддержала Иран | Виталий Портников. 28.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 28.02.2026.
Originalsprache: ru
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.