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Töten ist zur Norm unseres Lebens geworden. Töten wird zur Voraussetzung unseres Überlebens und zur Bewahrung unserer Identität als Nation. Wir töten nicht nur, wir freuen uns über diese Tötungen, und die Menschen, die sie begehen, erhalten zusätzliche Privilegien, Prämien, Ränge, Anerkennung und gesellschaftlichen Respekt.
Wir sind zu einer Nation von Tötenden geworden. Und solange neben uns Unmenschen leben, sind wir gezwungen, Tötende zu bleiben. Wir sind gezwungen, ein inneres Narrativ zu formen, das auf die Bereitschaft zur Vernichtung anderer Menschen ausgerichtet ist. Entweder wird das Teil unserer Mentalität, unseres Lebens – oder wir verschwinden als Nation.
Wir werden zu Exporteuren des Todes. Unsere Erfahrung, unsere Bewaffnung haben einen hohen Wert und sind weltweit gefragt, weil wir derzeit weltweit führend bei Innovationen im Bereich der massenhaften Tötung von Menschen sind.
Ich schreibe das ohne jede negative Konnotation, als Feststellung einer Tatsache. Im Kontext dieses Beitrags ist ein „Tötender“ nicht jemand, der das Gesetz bricht, sondern jemand, der einem anderen Menschen das Leben nimmt.
Was ich oben schreibe, ist eine sehr grausame Realität.
In der Psychologie gibt es den Begriff der moralischen Trauma. Um nicht in sie hineinzufallen, hat unsere Gesellschaft unbewusst bestimmte Narrative und Schutzmechanismen entwickelt. Ihr Ziel ist es, sich vom Aggressor abzugrenzen, eine Polarität zwischen „wir“ und „sie“ zu schaffen – und je stärker diese Polarität, desto stärker der Schutz vor moralischer Trauma.
Sie sind Aggressoren, die gekommen sind, um zu töten, zu vergewaltigen und Verbrechen auf fremdem Boden zu begehen – aus Eigennutz, zur Unterhaltung, zur eigenen Größe. Wir sind Verteidiger, die gezwungen sind zu töten, um sich selbst zu schützen. Die Entmenschlichung der Russen ist ein Instrument.
Wir sind zu Spezialisten darin geworden, Polaritäten zu schaffen, Spaltung als Schutzmechanismus zu nutzen. Dazu gehören Sprache, Kultur, Dekolonisierung, die Heroisierung der Kämpfer der Verteidigungskräfte – selbst wenn das nicht immer der Realität entspricht – und so weiter.
Wenn wir das nicht tun, diese Grenzziehung nicht schaffen, werden wir in eine kollektive moralische Trauma fallen und die Waffen niederlegen.
Genau darauf sind die Informations- und psychologischen Operationen der Russen ausgerichtet: alles anzugreifen, was Unterschiede zwischen uns und ihnen schafft. Die russische Sprache und Kultur in der Ukraine zu unterstützen. Bei jeder Gelegenheit das Militär, einschließlich der Wehrersatzämter, abzuwerten, „einfache Russen“ als Opfer darzustellen, zu versuchen, von Ukrainern das Bild von Menschen mit niedrigen moralischen Prinzipien zu zeichnen, und so weiter.
Solange der Krieg andauert, ist unsere kollektive Spaltung unser Schutz vor moralischer Trauma, unser Weg, uns von ihnen zu distanzieren. Es ist genau der Ort, an dem der Übergang vom „Tötenden“ im rein linguistischen Kontext zum „Verteidiger“ im Kontext moralischer Rechtfertigung stattfindet.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle: Social Media
Titel des Originals: Розмова до якої ви не готові. Pylyp Dukhliy . 18.02.2026.
Autor: Pylyp Dukhliy
Veröffentlichung / Entstehung: 18.02.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
Link zum Originaltext:
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.