Donald Trump hat die erste Sitzung des Friedensrates abgehalten, die seine Bereitschaft demonstrierte, die Funktionen dieses Organs nicht nur auf den Nahostkonflikt, sondern auch auf andere weltweite Konflikte auszuweiten. Trump selbst sprach auf der ersten Sitzung des Friedensrates darüber, als er sagte, dass es mit Hilfe seiner Teilnehmer gelingen werde, Frieden im Nahen Osten herzustellen, die Frage des Gazastreifens zu lösen und sich danach auch anderen globalen Konflikten zuzuwenden.
Es sei daran erinnert, dass sich das Mandat des Friedensrates, das vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen genehmigt wurde, in erster Linie auf die Lösung des Nahostkonflikts erstreckt. Und hier kann man sagen, dass es bis zu wirklichen Fortschritten noch sehr weit ist. Insbesondere einer der Hauptpunkte von Trumps Friedensplan – die Entwaffnung der Terrororganisation Hamas – ist weiterhin nicht umgesetzt. Reale Perspektiven für die Entsendung von Friedenstruppen in den Gazastreifen sind nicht erkennbar.
Die israelische Armee behält somit ihre Positionen im Gazastreifen bei, und die zivile Verwaltung, die gemäß Trumps Plan zur Führung und zum Wiederaufbau Gazas eingesetzt wurde, bleibt in ihren Büros in Ägypten und eilt nicht in den Gazastreifen.
Man kann sagen, dass uns ein solcher Ansatz zur Friedensregelung die Möglichkeit gibt zu verstehen, wie der Präsident der Vereinigten Staaten das Ende des russisch-ukrainischen Krieges sieht. Wichtig ist, dass die Seiten sich zumindest auf irgendetwas einigen, während es von geringerer Bedeutung ist, wie sich die Situation weiterentwickelt. Entscheidend ist, dass der Friedensrat funktioniert, Trump selbst als Friedensstifter erscheint und betont, dass er des Friedensnobelpreises würdig sei.
Übrigens schlug auf dieser Sitzung des Friedensrates der Präsident Kasachstans, Kassym-Schomart Tokajew, vor, einen Donald-Trump-Friedenspreis zu schaffen, der jenen verliehen werden soll, die zur Beendigung von Kriegen und Konflikten in der Welt beitragen. Ich weiß nicht, inwieweit es den Präsidenten der Vereinigten Staaten zufriedenstellen würde, statt einer weiteren Auszeichnung – insbesondere des Nobelpreises – die Schaffung eines Trump-Preises zu erleben, mit dem andere Menschen ausgezeichnet werden. Wir werden sehen, inwieweit man in Washington diesem Vorschlag des kasachischen Präsidenten zustimmt und wie dies Trumps eigener Sicht auf seine Rolle in der Geschichte und sein Interesse an Auszeichnungen entspricht.
Wenn wir jedoch ernsthaft sprechen, zeigte die Sitzung des Friedensrates, dass sich die überwiegende Mehrheit der Verbündeten des amerikanischen Präsidenten der Teilnahme an diesem Treffen entzogen hat. Zu der Sitzung, die der Regelung im Gazastreifen gewidmet war, erschien nicht einmal der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu, der stattdessen den Leiter des israelischen Außenministeriums, Saar, entsandte. Die führenden europäischen Staats- und Regierungschefs reisten ebenfalls nicht an. Und der Papst betonte in einer besonderen Erklärung, dass die Schaffung eines solchen Organs mit unklaren Funktionen die Rechte und Pflichten der Vereinten Nationen untergrabe.
Offenbar beunruhigt viele in der Welt die Situation, wonach Trump nicht nur den Friedensrat angeführt hat, sondern auch beabsichtigt, nach dem Ende seiner präsidialen Amtszeit dessen Vorsitzender zu bleiben. Einige meinen sogar, der amtierende amerikanische Präsident wolle damit die Verfassung seines Landes umgehen, sodass sein Nachfolger im Amt – sofern es ein Vertreter der Republikanischen Partei ist – lediglich eines der Mitglieder des Friedensrates wäre, das den Vorschlägen seines Vorsitzenden Donald Trump zustimmt, der gemäß der Satzung des Friedensrates theoretisch dieses Amt lebenslang ausüben könnte.
Aber wenn im Friedensrat keine Führer der wichtigsten Länder der Welt vertreten sind, wenn dort keine Staats- und Regierungschefs der ständigen Mitglieder der Vereinten Nationen teilnehmen – und wir sehen, dass sich nicht nur europäische Staats- und Regierungschefs, sondern auch beispielsweise Russlands Präsident Wladimir Putin, dem Trump demonstrativ eine Einladung geschickt hatte, von der Teilnahme ferngehalten haben –, wie soll dieses Gremium dann die Funktionen der Vereinten Nationen und ihres Sicherheitsrates ersetzen?
Auch Trumps Einladungen wirken im Hinblick auf ihre tatsächliche Umsetzung recht merkwürdig. Trump kann eine Einladung zum Friedensrat aussprechen und sie später wieder zurückziehen, wie es beim kanadischen Premierminister Carney geschah.
Oder Trump kann eine Einladung verschicken, und die amerikanischen staatlichen Institutionen können seinen Vorschlag anschließend erheblich korrigieren. Unter den Staatschefs, denen Trump eine Einladung zur Teilnahme an der Sitzung des Friedensrates geschickt hatte, befand sich auch der belarussische Machthaber Lukaschenko, was übrigens auch einer der Gründe war, weshalb der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, sich weigerte, an diesem Gremium teilzunehmen, falls sowohl Lukaschenko als auch Putin tatsächlich daran beteiligt wären.
Doch als Lukaschenko zustimmte, beschloss, seine Delegation in die Vereinigten Staaten zu entsenden, und sogar betonte, dass seine künftige Teilnahme an einer Sitzung des Friedensrates persönlich erfolgen werde, stellte sich heraus, dass das US-Außenministerium den Mitgliedern der belarussischen Delegation, die an der Sitzung teilnehmen wollten, die Visa verweigerte.
Somit kann man nie sicher sein, dass Trump politische Vorhaben tatsächlich umsetzt. Er kann eine deklarative Initiative ergreifen, die anschließend überhaupt nicht realisiert wird. Davon überzeugte sich Lukaschenko während der Sitzung des Friedensrates. Daher ist es verfrüht zu behaupten, der Friedensrat werde zu einem Organ echter Friedensregelung – ich spreche noch nicht einmal vom russisch-ukrainischen Krieg.
Was ist jedoch tatsächlich geschehen? Wir haben gesehen, dass nun ein spezielles Organ existiert, in dem Staats- und Regierungschefs darum wetteifern, wer den amerikanischen Präsidenten besser lobt. Gerade die Erklärungen zugunsten Donald Trumps, gerade seine eigenen Deklarationen über seine friedensstiftende Rolle bildeten den Hauptinhalt dieser Sitzung.
Und die nächste Frage: Sollte man sich der Teilnahme an solchen Sitzungen wirklich verweigern? Wenn man eigene politische Interessen verwirklichen will, kann man sogar die Instrumente des Friedensrates nutzen, um zumindest bestimmte Parameter der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten voranzubringen. So erschienen auf der Sitzung des Friedensrates sowohl der armenische Premierminister Nikola Paschinjan als auch der Präsident Aserbaidschans Ilham Alijew, die Treffen mit führenden amerikanischen Beamten abhielten. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Regelung des armenisch-aserbaidschanischen Konflikts aus Trumps Sicht eine seiner wichtigsten Errungenschaften ist. Und eben dieses Bestreben des amerikanischen Präsidenten, als Friedensstifter zu erscheinen, kann man nutzen.
Deshalb weiß ich nicht, inwieweit es für die Ukraine künftig sinnvoll ist, sich der Teilnahme an Sitzungen des Friedensrates zu enthalten, falls wir weiterhin eingeladen werden. Reale politische Konsequenzen – außer der Notwendigkeit, über die friedensstiftende Rolle des amerikanischen Präsidenten zu sprechen, was der Präsident der Ukraine ohnehin tut – ergeben sich daraus bislang nicht. Aber es entstehen erneut Möglichkeiten, die Führung der US-Präsidialverwaltung an unsere Probleme zu erinnern.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: „Рада“ Трампа: сценарій для України |
Віталій Портников. 19.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 19.02.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.