Zelensky hat sich mit Trump geeinigt | Vitaly Portnikov. 26.01.2026.

Der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, erklärte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Staats- und Regierungschefs Polens und Litauens, dass die Sicherheitsgarantien der Vereinigten Staaten für die Ukraine zu hundert Prozent abgestimmt seien. Kyiv warte nun von den amerikanischen Partnern lediglich auf Zeit und Ort, um diese Entscheidungen zu den Sicherheitsgarantien zu unterzeichnen.

Dabei betonte der ukrainische Präsident, dass es sich um Garantien handeln werde, die sowohl vom US-Kongress als auch von der Werchowna Rada der Ukraine ratifiziert würden. Damit würden sie nicht von einem möglichen Wechsel des Präsidenten der Vereinigten Staaten abhängen, sondern die Ukraine zu einem wichtigen Verbündeten der USA machen.

Zelensky sprach auch über den europäischen Teil der Sicherheitsgarantien, der damit verbunden sein soll, womit sich konkret die sogenannte Koalition der Freiwilligen befassen wird, ebenso wie mit dem Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union.

Diese Nachrichten klingen zweifellos ermutigend. Allerdings kennen wir bislang keine konkreten Details darüber, wie die Sicherheitsgarantien der Vereinigten Staaten für die Ukraine aussehen werden – selbst dann nicht, wenn sie vom US-Kongress ratifiziert werden – und in welchem Maße die Vereinigten Staaten bereit sein werden, sich auf Grundlage dieser neuen Vereinbarungen zwischen der Administration von Präsident Trump und dem Präsidialamt von Präsident Zelensky am Schutz der Ukraine zu beteiligen.

Offensichtlich ist auch, dass der Beitritt zur Europäischen Union ein wichtiger Bestandteil des wirtschaftlichen Wiederaufbaus der Ukraine ist, jedoch kaum eine ernsthafte Sicherheitsgarantie für unser Land darstellt. Anders verhält es sich mit der Koalition der Freiwilligen. Dabei handelt es sich um die Möglichkeit der Stationierung von Truppen aus NATO-Mitgliedstaaten auf ukrainischem Territorium.

Doch wird Russland dem zustimmen? Während der jüngsten Gespräche in Abu Dhabi, so berichten westliche Medien, erörterten die ukrainische und die russische Delegation gerade die Frage einer Friedensmission. Moskau spricht sich jedoch dagegen aus, dass Soldaten aus NATO-Mitgliedstaaten an einer solchen Mission beteiligt sind. Die Ukraine hingegen ist gerade daran interessiert, dass sich ihre eigenen Verbündeten auf ihrem Territorium befinden.

Wie derzeit berichtet wird, verändern sich in den NATO-Staaten die Stimmungen hinsichtlich der Ausgestaltung eines europäischen Friedenskontingents in der Ukraine. Früher ging man davon aus, dass Soldaten aus Ländern wie Großbritannien oder Frankreich erst nach dem Ende der Kampfhandlungen und ausschließlich im Rahmen eines entsprechenden Friedensabkommens zwischen Russland und der Ukraine auf ukrainischem Boden erscheinen könnten. Heute erscheint jedoch offensichtlich, dass jedes Friedensabkommen, das mit Russland geschlossen werden könnte, eine solche Präsenz nicht vorsehen würde, da Moskau das Auftauchen von NATO-Soldaten auf ukrainischem Territorium automatisch als eine hybride Aufnahme der Ukraine in das Bündnis betrachten würde – etwas, wogegen sich Russland weiterhin entschieden stellt.

Nun wird in europäischen politischen Kreisen die Möglichkeit diskutiert, ein solches Kontingent ohne Zustimmung der Russischen Föderation zu entsenden. Natürlich ist dies mit Risiken verbunden. Doch es war auch zuvor klar, dass europäische Truppen sich kaum mit Zustimmung Russlands auf ukrainischem Territorium würden aufhalten können. Selbst Soldaten eines Landes wie der Türkei könnten kaum eine Legitimierung Moskaus für eine Stationierung in der Ukraine erhalten, da die Türkei eines der wichtigsten Mitglieder des Nordatlantischen Bündnisses ist. Und auch gute persönliche Beziehungen zwischen dem Präsidenten dieses Landes, Recep Tayyip Erdoğan, und dem russischen Präsidenten Putin ändern nichts an dieser einfachen Tatsache.

Somit kann die Suche nach Sicherheitsgarantien auf zwei parallelen Wegen verlaufen. Einer dieser Wege besteht in Verhandlungen mit Russland selbst und in der Suche nach Sicherheitsmodellen, die von der Russischen Föderation als ausreichend anerkannt würden, um einem Ende der Kampfhandlungen zuzustimmen. Der andere Weg könnte gerade darin bestehen, dass westliche Staaten nicht auf den Wunsch oder die Ablehnung Moskaus Rücksicht nehmen, bestimmte Truppen oder etwa Militärbasen auf ukrainischem Territorium zu sehen, sondern davon ausgehen, dass gerade ihre Präsenz die Unmöglichkeit eines erneuten Angriffs der Russischen Föderation auf die Ukraine gewährleisten würde, falls es jetzt gelingt, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden.

Bislang sehen wir jedoch das Wichtigste nicht: In welchem Maße ist Russland überhaupt bereit, diesen Krieg zu beenden, und inwiefern verkürzt die Gewährung von Sicherheitsgarantien an die Ukraine – etwa durch dieselben Vereinigten Staaten – den Weg zur Beendigung der Kampfhandlungen? Denn in Moskau beginnt man zu begreifen, dass nach dem Ende des Krieges jener Teil des ukrainischen Territoriums, den die Russen nicht erobern konnten, sich immer stärker in den Westen integrieren wird.

Schließlich wird ein Zeitpunkt kommen, an dem Russland die Ukraine schlicht nicht mehr angreifen kann, weil dies einen automatischen Konflikt mit den NATO-Staaten oder sogar mit den Vereinigten Staaten bedeuten würde. Deshalb muss man sich die Sicherheitsgarantien ansehen, die zwischen Zelensky und Trump abgestimmt wurden und die bei einem künftigen Treffen der Präsidenten unterzeichnet werden könnten.

Allein die Tatsache, dass Zelensky von einer parlamentarischen Ratifizierung dieser Sicherheitsgarantien spricht, sollte in Russland bereits ernsthafte Besorgnis auslösen, dass die Vereinigten Staaten tatsächlich bereit sind, die Ukraine im Falle eines erneuten russischen Angriffs zu schützen – wenn auch nicht zwingend durch die Präsenz eigener Truppen, so doch durch wirksame militärische Hilfe, einschließlich der Lieferung von Langstreckenwaffen, von deren Bereitstellung sich das Pentagon derzeit zurückhält, da man im Weißen Haus glaubt, dies könne den von Washington vermittelten Friedensprozess zwischen Moskau und Kyiv gefährden.

Doch wer wird in einem solchen Fall Putin zwingen, den Krieg zu beenden, und welcher Mechanismus dieses Zwangs soll existieren – außer dem anhaltenden wirtschaftlichen Druck auf den russischen Präsidenten, den er bislang nicht als ausreichend erachtet, um über eine Einstellung der Kampfhandlungen an der russisch-ukrainischen Front und der barbarischen Angriffe auf die ukrainische zivile Infrastruktur nachzudenken? Genau diese Frage bleibt bislang unbeantwortet.

Die Antwort auf diese Frage könnte nach meiner Auffassung erklären, wie echte Sicherheitsgarantien für die Ukraine aussehen müssen und wie weit die Vereinigten Staaten, Großbritannien und die Mitgliedstaaten der Europäischen Union bei der Gewährung solcher Sicherheitsgarantien zu gehen bereit sind.

Derzeit sprechen wir lediglich über einen Plan, ein Dokument zu unterzeichnen und es in den Parlamenten beider Länder zu ratifizieren. Ein ziemlich ambitionierter Plan, der jedoch zumindest aus Sicht der Absichten wichtig ist.

Die zentrale Frage, auf die die Beteiligten dieser Vereinbarungen eine Antwort geben müssen, bleibt jedoch die nach den Instrumenten für ein reales und nicht nur papiernes Ende des russisch-ukrainischen Krieges – ein Ende, nach dem all diese Sicherheitsgarantien, die derzeit zwischen Trump und Zelensky abgestimmt werden und die nach Angaben des ukrainischen Präsidenten faktisch bereits unterschriftsreif sind, auch tatsächlich in Kraft treten können, zu dem Zeitpunkt, den die Vertreter beider Präsidialadministrationen festlegen werden.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Зеленський домовився з Трампом | Віталій Портников. 26.01.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 26.01.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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