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Eines der Phänomene in den Streitkräften der Ukraine, das Militärhistoriker noch erforschen werden, sind die Großväter.
Ja, die Großväter. Diese netten ländlichen und städtischen Männer im Alter von 55+. Nicht immer haben sie Enkel – aber daran wird der Status eines „Großvaters“ auch nicht gemessen.
Ein Großvater ist ein Mann, der das Leben bereits gesehen hat. Zu Hause ist er erschöpft von schwerer Arbeit, von Lebensproblemen, von einer glücklichen Ehe, in der er seine Frau fürchtet.
Den Einzug in die Armee nahm er ziemlich philosophisch: „Heh.“ Als man ihn in den Kleinbus des Wehramtes setzte, schrie er nicht über die ganze Straße: „Leute, helft mir, rettet mich!“ Denn er ist ein Großvater und kein Clown.
Dann kommt der Moment, in dem der Großvater die Pixeluniform anzieht. Und dann geschieht ein Wunder. Seine Gesundheit wird dadurch nicht besser. Aber das letzte Mal trug er eine Uniform, als er zwanzig war. Die Uniform steht für jene Zeit, als er jung war, gesund und den Frauen gefiel. Und nun hat er die Aufmerksamkeit der Frauen wiedergewonnen.
Der Großvater macht sich eine Modellfrisur, der Großvater bringt seinen Bart in Ordnung. Der Großvater läuft niemals schmutzig herum wie ein Penner. Der Großvater verweigert niemals eine Aufgabe. Wenn Großväter eine Stellung halten, dann nimmt man sie nur ein, wenn die Großväter gefallen sind, denn das Motto der Großväter in den Streitkräften lautet: „Dorthin kommen wir noch – aber zurück nicht mehr, die Gesundheit ist nicht mehr wie früher.“
Drei Großväter, denen man Essen, Trinken und Munition auf die Stellung bringt, können eine Kompanie von Vertragssoldaten im Alter von 18 bis 24 ersetzen.
Der Großvater isst immer bedächtig. Er hastet nie. Er wird niemals sagen, dass irgendein Essen nicht schmeckt. Besonders gute Geschmacksnoten verleihen 25 Gramm. Ich habe noch keinen einzigen Großvater gesehen, der ein Säufer war. Großväter betrinken sich nicht. Großväter ziehen ihre 25 Gramm „für die Gesundheit“.
Aber im Leben eines Großvaters kann während des Dienstes auch eine schreckliche Zeit kommen. Der Großvater beginnt traurig umherzugehen. Der Großvater weint nachts oft ins Kopfkissen. Er spricht mit niemandem darüber, und fertigt den Politoffizier jedes Mal barsch ab.
Der Großvater ist bald 60. Das Höchstalter für den Militärdienst. Der Großvater, der sich nicht vor Gleitbomben und FPV-Drohnen fürchtete, hat Angst, zu seiner Liebsten zurückzukehren, mit der er 40 Jahre in einer glücklichen Ehe lebt. Denn das ist kein Kommandeur – dort kann man auch eine körperliche Zurechtweisung bekommen. Die Liebste wird ihn nicht dafür loben, dass der Großvater seine 25 Gramm trinkt und auf seine Gesundheit achtet.
Der Großvater wird keine lustigen Fahrten mehr auf starken Fahrzeugen machen, der Großvater wird nicht mehr durch die Waldstreifen laufen und die Jungs antreiben. Der Großvater ist kein „Herr Feldwebel“ mehr, er ist jetzt:
„Mykola, verdammt nochmal, geh Schweinestall sauber machen.“
Der Großvater wird sich nicht mehr mit Komplimenten an jede Tankstellenbedienung heranmachen, deren Namen er an allen frontnahen Tankstellen kennt.
Er ist jetzt nicht mehr Bart, Eber, Casanova, Schamane, Orkhund, Schädel, Granit, Bestie, Der Graue, Der Kalte, Der Junge, Der Goldene, Liebling, Der Hübsche.
Er wird jetzt wieder einfach Großvater Mykola sein (ersetzen Sie den Namen nach Belieben).
Jetzt wird ihn der junge Kamerad nicht mehr „Opa“ nennen.
Und dann weinen die Großväter auch.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle: Social Media
Autor: Jaroslaw Nyschtschyk
Veröffentlichung / Entstehung: 07.12.2025.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
Link zum Originaltext:
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach, veröffentlicht auf uebersetzungenzuukraine.data.blog.