Aus dem Altgriechischen. Marina Ponomarenko.

Ich schwor, davon zu schweigen,  
Um Gesichtsverlust zu vermeiden.
Drum werde ich Namen ändern,
Jahre des Krieges, Anfang und Ende,
Stärke der Getränke und so etwas
Wie Adressen von Sammelstellen für Altglas,
Was auch immer – Haarfarben, Tapeten,
Lass sie doch aus dem Schatten treten.
Lass sie – zumindest in dieser Geschichte – aus dem Schatten treten.

Zu Beginn gab es Düsternis
Und in der Düsternis ein Leichenhaus,
Und tief im Keller eine Bar.
Ihre Herrin, man nennt sie Ba,
Ist das von Barbara, Baba,
Barkeeperin oder Barista?
Ihr Zopf, er ist lang und grau,
Die Schläfen kurz geschoren, rau.
Sie trägt Silberringe an den Fingern,
Und hat einen Kamm, dem Rücken entspringend.
Ihre Augen grün wie das Pesto,
Das Kleid kariert, wie im Western.
Wenn sie spricht, lispelt sie leicht,
Ihre Stimme der Geißel gleich.

– Ach übrigens, ich verkauf Honig in dieser Bar. Und das ist keine Metapher, Drogen sind nicht gemeint. Ich stehe nur da und verkauf Honig. Brauchen Sie es? Sehr lecker.

So, was erzählte ich? Der Barraum teilt sich in zwei Säle,
Zu einem Teil kommt man von draußen, zum anderen aus der Leichenhalle.
In einem Teil die Lebenden, im anderen, hier zwinkert Frau Ba,
Und fragt: Wie bestimmt ihr diese Grenze, wie im wahrsten Fall?
Es wechselt keiner von Saal zu Saal.
Nur ich und Ba, wir wandern frei.
Honig und Trunk braucht jeder, ob fern oder bei.

Also mischt Frau Ba einen von ihren Trunken,
Und er erscheint im Rüstungs Prunk,
In der Wirklichkeit in Uniform, im
Pixel, was gibt’s zu motzen?
Unser Zerberus, wenn er ihn sieht, schließt alle drei Schnauzen.
Eine Whiskyflasche fällt, zerbricht in Splittern,
In Ba’s Augen beginnt’s zu gewittern.
Er tritt nicht ein, er taucht empor, wie aus einer Rauchwolke,
Er heißt Viktor oder Volodymyr, oder welche Namen gibt’s auch noch im Volke.

– Viktor und Volodymyr waren die Namen meiner Großväter. Sie sind jetzt beide tot, aber ich habe sie sehr geliebt. Also lasst uns ihre Namen verwenden.

Stellt euch vor: ein Lichtstrahl über dem blühenden Aprikosenbaum,
Ihr schreitet barfuß über Blüten, wie in dem Traum.
Über euch flattern die Fledermäuse.
Stellt euch vor: die Sonne im Schatten des Mondes.
Stellt euch vor, das Wasser bricht das Licht mit lautem Knall.
Erst scheint es leer zu sein im zweiten Saal.
Die Augen gewöhnen sich an die Dämmerlichter,
Und ihr beginnt, alle Anwesenden zu sichten.
Sie bewegen sich wie in Zeitlupe – wozu die Eile?
Sie hüllen sich in luxuriöse Seiden.
(Die Mode im Jenseits ist besser als in eurer Welt).
Jeder hält einen Kelch, ja den berühmten bitteren Kelch,
Denn man kostet zu Ende, bis man den Boden sieht.
In der Ecke sitzt sie, nennen wir sie Nadija, und trinkt.

Sie strahlt, als ob sie kein Schatten trifft,
Und schaut so aus, als trüge sie roten Lippenstift.
Ihre Worte schneiden wie Klinge die Naht,
„Er kam, nicht wahr?“ fragt sie, sanft.
In schwarzem Kleid, mit Kette aus Korallen,
Sie errät immer, verdammt, auch in diesem Fall.
Sie lacht wie nur Tote es können,
Ihr Lachen lässt meine Zunge brennen.

– Und sie starb auf eine dumme Weise. In der zweiten Woche des großen Krieges fing sie sich in einem spontanen Freiwilligen-Hauptquartier einen Virus ein und starb an einer Lungenentzündung.
Und ihre Mutter sagte zu ihr davor: „Geh nach Polen, da bist du sicherer.“

Ihr Lachen fällt den Hals herunter
Und steigt zum Kopf,
Mir wird davon süß, salzig, bitter,
Wie der goldene Honig, der Flitter.
Wie der Südwind voller Sand.
In dem Saal der Lebenden trinkt Volodymyr oder Viktor den Trank,
Er leert das Glas, bestellt noch eins munter.
Ein Papagei setzt sich auf seine Schulter
Und plötzlich sieht er einem Piraten gleich.
Er zahlt für den Honig, vergisst ihn jedoch,
Hinterlässt Trinkgeld – mehr als man sonst bezahlt,
Blickt auf die Wand, die sein Herz in zwei Hälften teilt.

– Hast du bemerkt, wie stylisch sein Haarschnitt ist? Und dass mein Haar Tiffanyblau ist? Das ist ein lokaler Friseur, kein Wunder, dass man unsere Stadt Frontline Paris nennt. Und diese ausgeschnittenen Muster an den Schläfen von Frau Ba? In dieser Zeit spricht sie:

„Viktor oder Volodymyr, hör mal,
Wir wandeln auf unsichtbaren Wegen,
Doch manches bleibt fest, trotz allem Bewegen.
Egal wie lang du hier trinkst und mit dem Geld rasselst,
Egal wie sehr sie lacht und mit ihren Kleidern raschelt,
Niemand wird bei mir von Raum zu Raum schleichen.
Hast du gehört? Niemand wird herumschleichen.“

Frau Ba hält diese Grenze fest und entschieden.
Es gibt zu viele Lebende, die Tote lieben.
Zu viele leben am Abgrund,
Der Abgrund verschlingt sie, und sie leben vom Glauben,
Sie beten zu Kreuzen aus Klebeband,
Gott, sind wir mittlerweile kaputt und zart,
So kaputt und zart.

Doch zurück zum Glauben, es kann still oder tätig sein.
Viktor oder Volodymyr glaubte wohl an den Fall,
Dass ein Wahnsinniger mit Granate die Wand zerreißt,
„Koste es, was es wolle, ich spucke auf den Preis.“

– Eines Abends kam dieser Psycho herein, es gibt jetzt eine Menge Psychos. Er saß ein paar Stunden lang ruhig da und warf dann etwas gegen die Wand zwischen den Sälen – und sie
explodierte und fiel herunter (und ich will gar nicht fragen, ob das alles zufällig geschah). Und nach der Explosion sind alle weggelaufen, bis auf Nadija und Viktor. Oder Volodymyr.

Wirklichkeit fällt zusammen, als ob sie vom Felsen fällt,
Und sie ihn schon mit ihren in Seide gehüllten Armen hält.
Wie ein Traum, die Harpyie, oder ein Geist.
„Ich führe dich raus“, flüstert er in ihr Haar,

Frau Ba seufzt: „Oh Gott,
Das hatten wir schon doch.
Der Schmerz sollte vergehen,
Aber gut, geh voran, sie wird nach dir gehen.
Du musst nach vorne gehen, wende dich auf keine Weise.
Ich geb dir die nützlichen Hinweise:
Wenn du auf eine Hydra triffst,
Entreiß ihr die Eingeweide,
Wenn du die Medusa triffst,
Nähre sie mit deiner Verzweiflung.
Wirst du eine Nymphe mit Rosen und Astern sehen,
Geh einfach vorbei, als wäre gar nichts geschehen.
Wesen mit Hundeköpfen oder Zentauren,
Pferde aus Augiasställen,
Teufeln in schwarz bestickten Gewändern,
Schau nicht zurück, du darfst dich nicht wenden!“

Viktor oder Volodymyr ging, und die Stille entstand,
Zwei Monate, zwei Wochen gingen ins Land.
Die Wand war gewachsen, und alles kehrte zurück,
Die Lebenden, die Toten, und ich mit frischem Honig – welch Glück.
Es war August, die herbstliche Trauer hing in der Luft,
Und da kam er wieder, Volodymyr oder Viktor.

– Und er sagt: „Ich habe Menschen aus der Hölle geholt, wie ihr es euch nie erträumt hättet. Warum habe ich sie nicht rausgeholt? Ich habe alles getan, was Frau Ba gesagt hat, ich habe nicht zurückgeschaut.“ Und ich werde doch nicht zu ihm sagen: „Viktor oder Volodymyr, sie ging einfach nicht mit dir.“

Nadija ging einfach nicht mit ihm.

Und er schaut ins Glas, als ob er die Antwort da sieht
Und fragt immer wieder: „Warum ging sie nicht mit?“
Und ich sage: „Tut mir leid, ich kann auch die Antwort nicht finden.
Willst du Honig? Es gibt den aus Buchweizen, es gibt aus Linden.“

(An diesen Tagen des Sommervollmonds
Ist das Herz so voll mit Liebe und Not,
Die Welt zerbricht, wir erschaffen sie neu, sorgen für Heilung.
Das war also meine Erzählung.
Wer ist jetzt an der Reihe, um was zu erzählen?)

Я обіцяла не говорити про це  
Не до лиця таке говорити, не варто втрачати лице
То я зміню імена
Роки, коли була та війна
Міцність напоїв,
Адреси пунктів прийому склобою
Та що завгодно – колір волосся, шпалери на стінах
Хай вони вийдуть з тіні
Хай – хоча би у цій історії – вийдуть із тіні)

Отже, спочатку був морок
У мороці морг
А в підземеллі бар
Там заправляє пані, яку називають Ба
То від Барбари? Баби? Бартендера чи баристи?
Коса її довга і сива. Скроні коротко вистрижені
На пальцях срібні перстѐні
Гребінь уздовж хребта
Очі, як соус песто, зелені
Сукня картата
Коли говорить, трохи картавить,
Чи то картає

-- До речі, я в тому барі продаю мед. Це не метафора, жодних натяків на наркоту, я просто стою і продаю мед. Вам не треба? Дуже смачний

То що я казала?
У барі два зали.
В один – вхід із вулиці, в другий – із моргу
В одному живі, в другому – тут пані Ба підморгує
Мовляв, а ви як визначаєте цю межу?
Із залу до залу ніхто не ходить. Я ходжу
І пані Ба. Мед потрібен усім, і випивка теж
Незалежно від перетнутих меж

Так-от. Ось пані Ба мішає один зі своїх трунків
Ось він заходить – у найосяйнішому з обладунків
Насправді у пікселі, в чому ж іще
Наш Цербер, як бачить його, стуляє усі три пащеки
Щось розбивається (цього разу це пляшка віскі)
Очі у пані Ба починають виблискувати
Він мовби і не заходить, а виринає із хмари диму
Звуть його Віктор. Чи Володимир

-- Віктор і Володимир – так звали моїх дідів. Обидва уже померли, але я їх дуже любила. Тож хай це будуть їхні імена

А тепер уявіть ліхтар над квітучою абрикосою
Наступаєте на пелюстки ногами босими
А над головою нічниці бісяться
Уявіть собі сонце в тіні від місяця
Уявіть собі воду, що переломлює світло із хрускотом
Спочатку здається, що в другому залі пусто
А потім очі звикають до специфічних сутінків
І ви починаєте бачити всіх присутніх
Вони ніби сповільнені – куди тут поспішати
На них – розкішні шовкові шати
(Мода на тому світі краща, ніж ваша)
Кожний із них має чашу. Ту саму чашу,
Що пити до дна і шукати, що там на дні є
Вона сидить у кутку. Назвемо її Надія

Вона ніби сяє, ніби тінь на неї не падає
Вираз обличчя такий, мов на губах червона помада
Вона слова вимовляє так, мов розпанахує лезом шов
«Він же прийшов? – Питає вона. – Прийшов?»
Вона в чорній сукні, на шиї коралова згарда
Вона завжди вгадує. Завжди, зараза, вгадує
І вона починає сміятись – так уміють тільки мерці
І я сміх її відчуваю у себе на язиці

-- А вмерла вона по-дурному. На другому тижні великої війни підчепила вірус у стихійному волонтерському штабі й сконала від пневмонії. А матір їй казала: «Їдь у Польщу, ціліша будеш»

Сміх її провалюється у горло
Сміх її вдаряє у голову
Від нього солодко/гірко/солоно
Наче медове прозоре золото
Наче повний піску південний вітер

А в залі живих Володимир чи Віктор
Допиває перший бокал і замовляє другий
Йому на плече сідає папуга
І він схожим стає на пірата
Він платить за мед і забуває його забрати
Лишає на чай – більше, ніж хотілося нам би
Він дивиться в стіну – ця стіна йому серце ділить навпіл

-- Ви помітили, яка в нього стильна стрижка? А моє волосся кольору тіффані? Це місцева перукарня, недарма наше місто називають прифронтовим Парижем. А ці вистрижені узори на скронях у пані Ба? Вона тим часом говорить:

«Слухай сюди, Вікторе чи Володимире,
Ми ходим шляхами несповідимими
Але є дещо певне і нерушиме
Скільки б ти тут не пив і не смітив грошима
Скільки б вона не сміялась і не шелестіла шатами
Із зали до зали у мене ніхто не шастатиме
Чув мене? Ніхто не шастатиме»

І пані Ба трима цей рубіж затято і твердо
Занадто багато живих, що закохані в мертвих
Занадто багато тих, хто живе над прірвою
Прірва їх поїдає, а вони живляться вірою
І моляться до хрестів із білого скотчу
Боже, як же ми стали такими ніжними й конченими
Такими ніжними й конченими

Але повернімось до віри, яка буває дієва й тиха
Здається, Віктор чи Володимир вірив саме у цього психа,
Що кине гранату і зруйнує цю стіну
«Яка б не була ціна, – думав він. – Пофіг на ціну»

-- Одного вечора прийшов цей псих, психів зараз багато. Тихо сидів кілька годин, а тоді щось кинув в стіну між залами – і вона вибухнула і впала (і я соромлюся питати, чи це все було випадково). І всі після вибуху розбіглися, крім Надії і Віктора. Чи Володимира

І реальність руйнується, наче пада зі скелі брилами
Ось вона його обіймає шовковими рукавами, мов крилами
Наче сновида, мов гарпія, ніби привид
І він шепоче їй у волосся: «Я тебе звідси виведу!
Я тебе виведу!»
І пані Ба зітхає: «Боже,
Та це ж було вже
Це просто має переболіти
Але окей, іди першим, вона піде слідом
Її задача іти, твоя задача – не озиратися
Ось тобі корисні поради:
Зустрінеш гідру –
Нутрощі їй видери
Зустрінеш Медузу – не дивись їй у вічі,
Згодуй їй свій відчай
Побачиш німфу з трояндами й айстрами
Іди й не озирайся! Не озирайся!
Зустрінеш песиголовців і кентаврів,
Коней з Авгієвими таврами,
Чортів у чорних розшитих рясах
Не озирайся! Не озирайся!»

І Віктор чи Володимир пішов, і далі була тиша
І потім пройшло два місяці і два тижні
Стіна заросла, до нас повернулись живі і мертві
Я накачала на пасіці свіжого меду
Був серпень. Сум осінній сотався в повітрі
І він знову з’явився – Володимир чи Віктор

-- І він сказав: «Я виводив людей з такого пекла, що тобі не снилось. Чому я її не вивів? Я зробив усе, що сказала пані Ба, я не озирався». І я ж не скажу йому: «Вікторе чи Володимире, та вона просто не пішла за тобою».

Надія просто не пішла за ним

І він дивиться в свій бокал, ніби ворожить на пиві
І тільки повторює: «Чому я її не вивів?»
І я кажу: «Вибач. Я ж не опікуюсь цими речами
Хочеш меду? Є липовий. Є гречаний»

(У ці дні медової літньої повні
Серце повне болю й любові
Світ руйнується, а ми знову його створюємо
То ось вам моя історія
Чия там черга далі розповідати історії?)

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