Offenbar muss man wieder einmal ins Leere schreien. Tanja Adams. 09.03.24.

Collage von Vitaly Falkovsky. Mariupol vor und nach dem russischen Angriff.

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=pfbid0143sap4wcqhH6hC48KbmP3kAkTuNMLhzXFLHmpD4VKS34jyE3qQHJ7uPXxscQZ6wl&id=100008744058665

Offenbar muss man wieder einmal ins Leere schreien: Es geht längst um etwas anderes als den Donbas. Es geht nicht um die Krim und die beschlagnahmte Asow-Region, über die viele meiner Mitbürgerinnen und Mitbürger unter dem Motto sprechen:“Sollen wir sie im Gegenzug für den Frieden aufgeben oder nicht?“

Diejenigen, die so denken, sind unverbesserliche Schwachköpfe.

Donezk gehört ihnen schon seit langem nicht. Das ist eine Tatsache.

Nein, wir können erklären, so viel wir wollen, dass Donezk zur Ukraine gehört, aber solange ich mit meinem Lebenslauf nicht dorthin fahren kann, gehört es nicht uns. Lugansk gehört uns nicht.

Mariupol. Berdjansk. Jalta, Sovestopol, Lisitschansk und all die Städte und Dörfer, die wieder aufgebaut werden müssen, nicht restauriert. Wir sprechen nicht von der „Rückgabe des Unsrigen“, in den Augen Putins ist es nicht mehr das Unsere, sondern das Seine.

Wir sprechen von den Städten, die noch halten. Charkiw, Saporischje, Dnipro, Odesa, Kriwij Rig, Nikolajew.

Ihr Gedanke „Lasst uns den zerstörten Donbass gegen Frieden eintauschen“ ist schon lange irrelevant. Niemand tauscht Beute mit einem Opfer eines Raubüberfalls.

Es geht um die Regionen, die der Besatzer in 10 Jahren haben wird. Es geht nicht um die Häuser derer, die sie bereits verloren haben, sondern um Ihr eigenes Haus. Sie glauben noch immer an das heilige „Sie werden nicht kommen“.

Wir sprechen nicht über die Lebensweise eines Vertriebenen, die sich unter den Bewohnern der besetzten Gebiete längst verändert hat, sondern speziell über Ihre.

Übertreibe ich etwa wieder? Der Typ aus Mariupol, der mir im Jahr 2019 abschätzig und darüber lachend geschrieben hat, ist jetzt stumm. Und er war seit zwei Jahren nicht mehr online.

Ob wir den Donbass und das Asowsche Gebiet verlassen werden oder nicht, ist Ihre Frage, nicht die des Besatzers. Er hat solche Frage nicht. Er hat keine Angebote gemacht und wird ganz offensichtlich nicht das verlassen, was er bereits ausgepresst hat. Man kann ihn dort rausschmeißen oder man kann die Verluste feststellen.

Ihr „Lasst uns Frieden schließen“ hat also nichts zu bedeuten. Niemand bietet Ihnen Frieden an. Das Höchste, was man Ihnen anbieten wird, ist die Fixierung des derzeitigen Zustands unter der Bedingung fie Sanktionen zu lockern. Und in ein paar Jahren werden sie kommen und alles andere mitnehmen. Nur wird dann niemand mehr in der Schlange vor dem Rekrutierungszentrum stehen wie im Jahr 2022.

Kommentar verfassen