Krokodilstränen des IOC. Vitaly Portnikov. 13.02.2026.

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Die Präsidentin des IOC, Kirsty Coventry, brach nach der Disqualifikation des ukrainischen Athleten in Tränen aus. Aber diese Krokodilstränen interessieren mich ehrlich gesagt kaum. Denn etwas Ähnliches habe ich bereits seit dem Moment ihrer Wahl zur IOC-Präsidentin erwartet.

Coventry ist bekanntlich Vertreterin Simbabwes. Ihr Vorgänger Thomas Bach war bei all seinen umstrittenen Entscheidungen ein deutscher Sportmanager und sogar liberaler Politiker. In Ländern wie Deutschland muss man sich schlicht um seinen Ruf kümmern.

Coventry hingegen, einst eine bekannte Schwimmerin, war in die Machtstruktur eines totalitären Staates integriert. In eine Macht, die Menschen tötete, Proteste niederschlug und Gegner vernichtete. Und sie war dort nicht einfach irgendeine gesellschaftliche Aktivistin – sie war Ministerin. Ja, bereits nach Mugabe, der sie einst sein „goldenes Mädchen“ nannte. Aber es ist dasselbe Regime. An die Verbindungen dieses Regimes zu Moskau erinnere ich nicht einmal ausdrücklich.

Schon damals hatte ich die Frage, wie man eine Person aus einem totalitären Land an die Spitze der olympischen Bewegung wählen kann. Denn auch das ist eine weitere Spezialoperation. Und die Folgen beginnen wir gerade erst zu sehen.


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Art der Quelle: Social Media
Autor / Verfasser / Kanal: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 13.02.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Die beschämende Entscheidung des IOC zu Heraskevych | Vitaly Portnikov. 12.02.2026.

Das Internationale Olympische Komitee ließ den ukrainischen Athleten Wladyslaw Heraskevych nicht zu den Wettkämpfen der Winterolympiade zu, weil er bei Trainingsauftritten einen Gedenkhelm trug, der jenen ukrainischen Sportlern gewidmet ist, die von Russen im Verlauf des grausamen Krieges gegen unser Land getötet wurden.

Eine solche Entscheidung ist zweifellos eine Schande für das Internationale Olympische Komitee, denn was seine Mitglieder auch immer darüber sagen mögen, dass Sport außerhalb der Politik stehe und die Geste Heraskevychs ausschließlich politisch sei, rechtfertigt das in keiner Weise die wahren Motive dieser Entscheidung. Denn während der Olympischen Spiele haben Athleten nicht ein- oder zweimal der Erinnerung an ihre Angehörigen, nahestehende Menschen oder Sportler gedacht, die während der Olympiade in München von palästinensischen Terroristen ermordet wurden. Und wir verstehen sehr gut, dass russische Terroristen, die ukrainische Sportler töten und die Zivilbevölkerung der Ukraine terrorisieren, sich in nichts von ihren Kollegen bei der Vernichtung von Zivilisten unterscheiden – außer im Ausmaß.

Wenn man also während der Olympiade die Namen israelischer Athleten nennen darf, die Opfer des Terrorismus wurden, dann darf man selbstverständlich auch die Namen ukrainischer nennen. Das ist ein völlig offensichtlicher und klassischer Vergleich, denn es ist keine politische, sondern eine menschliche Geste, die ebenfalls dem Gedenken an jene gewidmet ist, die niemals mehr bei Olympischen Spielen antreten können werden. Gerade weil Russland diesen Krieg begonnen hat und die Zivilbevölkerung der Ukraine terrorisiert, versucht, das Territorium eines Nachbarstaates zu erobern, ist der Tod ukrainischer Sportler – ob Militärangehörige oder Zivilisten – eine Folge dieser Aggression. Und der Gedenkhelm sprach nicht von einem politischen Ereignis, sondern von Menschen, die Opfer dieses Krieges geworden sind.

Die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees überrascht mich nicht sehr, denn wir wissen genau, wie eng die Funktionäre dieser Organisation stets mit der Kremlführung verbunden waren. Wie man so sagt, es fehlen nur noch die Epstein-Akten, um zu sehen, dass diese Verbindung durchaus real war.

Erst kürzlich wurde in eben diesen Akten beispielsweise über den ehemaligen Generalsekretär des Europarates Thorbjørn Jagland, einen norwegischen Politiker, berichtet, der alles daransetzte, Russland nach der Verhängung von Sanktionen gegen die russische Delegation wieder in diese internationale Organisation zurückzubringen.

Viele glaubten, dies habe ausschließlich mit dem Wunsch des Politikers zu tun, die Atmosphäre des Dialogs und das Budget der Organisation, deren Apparat er leitete, zu retten. Doch nun wird völlig offensichtlich, dass es ein bestimmtes Niveau finanzieller Beziehungen gibt, über das man Journalisten nichts erzählt, sondern ganz andere Motive für sein Handeln anführt.

Das Internationale Olympische Komitee versucht seit Langem, das Böse zu rechtfertigen, wenn dieses Böse mit Moskau verbunden ist. Schon die Olympiade 1980 in der sowjetischen Hauptstadt hätte nicht stattfinden dürfen. Nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan war völlig klar, dass olympische Wettbewerbe in Moskau und anderen Städten der Sowjetunion dort keinen Platz hatten.

Doch der damalige Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Juan Antonio Samaranch, ein ehemaliger Minister in der franquistischen Regierung Spaniens, kam Russland entgegen – trotz des Boykotts der Olympischen Spiele durch die Vereinigten Staaten und andere zivilisierte Länder. So kam es, dass die Olympiade von einem Aggressorstaat ausgerichtet wurde, der zum Zeitpunkt ihrer Durchführung den grausamen Krieg gegen das afghanische Volk nicht einmal eingestellt hatte, während Länder, die sich gegen diesen Krieg stellten, nicht an diesen Olympischen Spielen teilnehmen konnten.

Und ein beschämenderes Ereignis in der Geschichte des Weltsports als die Moskauer Olympiade ist kaum vorstellbar. Das ist eine Schande, die für immer in der Sportgeschichte bleiben wird. Man wird sagen, es habe eine ähnliche Olympiade in Berlin gegeben, die von Adolf Hitler eröffnet wurde. Doch damals hatte Deutschland zumindest noch niemanden angegriffen, während die Moskauer Olympiade in der Hauptstadt eines Aggressorstaates während aktiver Kriegshandlungen stattfand.

Und jetzt sehen wir, dass sich die Geschichte im Grunde wiederholt. Russland führt denselben Eroberungskrieg, nur in größerem und grausamerem Ausmaß, wie einst die Sowjetunion in Afghanistan. Und russische Sportler, Bürger des Aggressorstaates, sollen in den Weltsport zurückgeführt werden. Gleichzeitig wird einem ukrainischen Athleten nicht einmal erlaubt, der Opfer des Krieges zu gedenken, den die Russische Föderation begonnen hat und den sie in absehbarer Zukunft nicht zu beenden beabsichtigt.

Als die olympische Bewegung wiederbelebt wurde, war ihre Idee gerade die Idee des Friedens. Es geht nicht um Sport um des Sports willen. Es geht nicht um Sport um des Geschäfts willen. Schon deshalb nicht, weil an den Olympischen Spielen formal keine Profisportler teilnehmen sollen. Es ist Sport für den Frieden und das gegenseitige Verständnis zwischen den Völkern.

Und gerade deshalb wurden im antiken Griechenland, aus dem diese große Idee hervorging, während der Kriege keine Olympischen Spiele ausgetragen – oder die Kämpfe wurden zumindest für die Dauer der Spiele eingestellt. Und deshalb wurden in der neueren Geschichte während des Zweiten Weltkriegs ebenfalls keine Olympischen Spiele ausgetragen.

Wenn man also den Wunsch hat, eine Olympiade während eines großen Krieges in Europa durchzuführen, dann ist es offensichtlich, dass bei dieser Olympiade kein Platz für Bürger des Staates sein kann, der diesen Krieg begonnen hat. Und bei dieser Olympiade muss es Platz für das Gedenken an jene geben, die Opfer dieses Krieges wurden.

Denn genau darin liegt der Sinn der olympischen Bewegung. Nicht darin, dass sie außerhalb der Politik steht, sondern darin, dass sie dem Frieden zwischen den Völkern dient. Und wir wissen genau den Namen des Staates, der heute alles daransetzt, dass die kommenden Jahrzehnte des 21. Jahrhunderts Jahrzehnte des Krieges, der Krise und der Katastrophen werden. Das ist die Russische Föderation, die sich durch diesen bereits stattfindenden Krieg und durch jene Konflikte, deren Zeugen wir in den kommenden schweren Jahrzehnten sein werden, selbst bestätigt.

Und je mehr wir davor die Augen verschließen und es verbieten, derer zu gedenken, die infolge ihrer Aggression ums Leben gekommen sind, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit eines großen Krieges in Europa und in der Welt. Und desto größer wird die Möglichkeit, dass wir in den kommenden Jahrzehnten keine neuen Olympischen Spiele mehr erleben werden. Dann wird die Welt andere Sorgen haben – das eigene Überleben.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Ганебне рішення МОК щодо Гераскевича | Віталій Портников. 12.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 12.02.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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