
https://www.radiosvoboda.org/a/ukrayina-putin-imperiya-ahentiv/32984461.html
Nach einer gemeinsamen Untersuchung der russischen Oppositionszeitung Insider und der moldauischen Zeitung Malka Kraina hat die Republik Moldau dem ehemaligen Generalstabschef Igor Gorgan die staatlichen Auszeichnungen und militärischen Ränge aberkannt. Der hochrangige Offizier war ein langjähriger Mitarbeiter der Hauptdirektion des Generalstabs der Streitkräfte der Russischen Föderation. Und natürlich hat sich seine Arbeit nach dem russischen Angriff auf die Ukraine als besonders wertvoll erwiesen.
Die Geschichte des Agenten aus der obersten Militärführung Moldawiens erinnerte uns einmal mehr daran, wie russische Geheimdienste funktionieren – insbesondere nachdem einer ihrer Vertreter im Jahr 2000 Präsident Russlands wurde.
Wladimir Putin glaubt, wie sich immer wieder gezeigt hat, nicht an Politik, Diplomatie oder Wirtschaft. Er glaubt nur an Spezialoperationen und Agenten. Deshalb bestanden die Beziehungen zwischen Russland und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken in den letzten Jahrzehnten im Wesentlichen aus Sondereinsätzen und der Rekrutierung von Agenten. Und genau dieser Aufgabe sind alle russischen staatlichen Einrichtungen im Ausland, von den Kulturzentren bis zu den Botschaften, untergeordnet.
Im Großen und Ganzen hat Putin einfach die sowjetische Praxis wiederbelebt, professionelle Diplomaten, die in der Regel nur dekorative Aufgaben erfüllten, neben „Kuratoren“ des KGB einzusetzen.
Um zu erkennen, wie viele russische Agenten in der Führung anderer ehemaliger Sowjetrepubliken sitzen, muss man sich nur an das Jahr 2014 erinnern, als fast die gesamte Führungsspitze der Ukraine unter Viktor Janukowitsch in Rostow landete.
Inzwischen arbeiten einige Vertreter dieser Führung sogar in den Besatzungsbehörden. So ist beispielsweise der ehemalige SBU-Chef Oleksandr Jakymenko Leiter der Sonderdienste im besetzten Teil der Region Cherson.
Und der ehemalige Bildungsminister und Leiter der Präsidialverwaltung der Ukraine, Dmytro Tabachnyk, kandidiert für den „Staatsrat der Krim“.
Glauben Sie, dass ihre Kontakte zu den russischen Sonderdiensten nach ihrer Flucht nach Russland begannen oder vorher?
Informationen über das umfangreiche Agentensystem Russlands in einem bestimmten Staat erscheinen genau dann, wenn die Behörden dieses Staates beschließen, einen unabhängigen Entwicklungskurs zu wählen. Aber wie Sie sich vorstellen können, bedeutet das nicht, dass es keine Agenten gibt, wenn es keine solche Entscheidung gibt. Das ist natürlich der Fall. Aber die „vorsichtige“ Führung versucht, entweder die Agententätigkeit ihrer Kollegen zu ignorieren oder Probleme mit Russland auf „familiärer“ Ebene zu lösen, denn „jeder von uns kommt doch aus Sovietunion“.
Später stellt sich heraus, dass es keine Möglichkeit gibt, sich der Umarmung der ehemaligen Metropole zu entziehen, da sie einen fest umklammert. Das beste Beispiel dafür ist die Karriere von Alexander Lukaschenko. Der belarussische Staatschef hat nicht nur versucht während seiner gesamten Amtszeit mit Russland zusammenzuarbeiten, er hat sich auch damit einverstanden erklärt, von Russland beaufsichtigt zu werden.
Es genügt, die Biographien von Lukaschenkos Mitarbeitern zu studieren, um dies zu erkennen. Nehmen wir zum Beispiel den Karrieretschekisten Ural Latypow, der zu Jelzins Zeiten das belarussische Außenministerium und zu Putins Zeiten den Sicherheitsrat und die Präsidialverwaltung leitete. Heutzutage wird man Latypovs Namen in der belarussischen Führung nicht mehr finden, da er sich in die Wirtschaft zurückgezogen hat. Es lohnt sich nicht weiter im Staatsdienst zu sein, wenn das Agentennetz in der Staatsführung bereits gebildet und die Aufgabe erledigt ist.
Es gibt solche Latypovs oder Tabachniks oder Medvedchuks in der obersten Führung der ehemaligen Sowjetrepubliken. Und deshalb ist Putin auch so zuversichtlich. Als ehemaliger Geheimdienstoffizier weiß er genau, dass der Geheimdienst immer gewinnt, wenn die Armee nicht gewinnen kann.
Natürlich, außer in den Fällen, in denen das Volk seine eigene Wahl trifft und diese auch verteidigen kann.