Wenn Europa wieder zwischen Extremen wählen muss. Vitaly Portnikov. 21.01.2026.

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Die Ergebnisse des ersten Wahlgangs der Präsidentschaftswahlen in Portugal unterstreichen lediglich eine Tendenz, die sich in Europa und im Westen insgesamt weiter verstärkt. In die Stichwahl zogen der Vertreter der traditionellen Linken António José Seguro sowie der Vorsitzende der ultrarechten Partei Chega André Ventura ein.

Dabei ist keine besondere Konsolidierung rund um einen gemäßigten Kandidaten zu beobachten. Der Premierminister des Landes und Vorsitzende der Konservativen Luís Montenegro agiert vorsichtig, weil er die Beziehungen zum ultrarechten Elektorat nicht verschärfen möchte – mehr noch, er versucht, dieses für sich zu gewinnen. Eine solche Unentschlossenheit stärkt jedoch lediglich die Positionen der Ultrarechten.

In Europa gibt es bereits Länder – darunter auch führende –, in denen gerade die Ultrarechten die wichtigsten Parteien des rechten Spektrums darstellen, während die traditionellen Konservativen nur dank fragiler Bündnisse mit den traditionellen Linken und den Liberalen an der Macht bleiben. Das erleichtert ultrarechten Politikern von Washington bis Budapest die Aufgabe, die traditionellen Konservativen der Preisgabe ihrer Prinzipien zu bezichtigen.

Kommt es jedoch nicht zu einer solchen Konsolidierung, werden die Ultrarechten bei Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in ganz Europa immer häufiger siegen.

Eine weitere Folge dieses Prozesses wird – falls sie nicht bereits eingetreten ist – darin bestehen, dass die Linken die einfache Tatsache erkennen: Sie können gegen die modernen Postfaschisten nicht mit Samthandschuhen kämpfen, und für ihren Erfolg brauchen sie eigene Radikale. Das geschieht bereits beispielsweise in Frankreich, wo der populärste Politiker des linken Lagers der umstrittene Jean-Luc Mélenchon ist.

In der Folge könnten den Europäern schon bald jene Wahlmöglichkeiten präsentiert werden, die sie vor hundert Jahren bereits einmal hatten – die Wahl zwischen Adolf Hitler und Ernst Thälmann.


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Art der Quelle: Social Media
Autor / Verfasser / Kanal: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 21.01.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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