Ich wurde von einem Hubschrauber geweckt.. Hanna Gin.

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=pfbid02m3BdwcwwscJpPAtrkZVPuebznXd3dB7JNahS6eRGRJVdBsEZXrD8UbJBnZyQYjuql&id=100001864363592

Ich wurde von einem Hubschrauber geweckt.

Zuerst sah ich ihn in meinem Traum. Er flog an meinen Fenstern vorbei, so hell und bunt, mit Luftballons bedeckt. Als ob er zu einem Kinderfest fliegen würde.

Das Geräusch wurde lauter und lauter, und ich wachte auf. Aber nicht erschrocken, wie sonst, sondern lächelnd.

Die Erkenntnis der Realität dauerte ein paar Sekunden. Mit den Worten „Was zum Teufel für ein Hubschrauber?!“ sprang ich aus dem Bett.

Hector und ich hatten es noch nicht bis zum Badezimmer geschafft, als die erste Explosion losging.

Dann die zweite, dritte, vierte. Krankenwagen rasten unsere Straße hinunter. Die Luft roch nach Rauch.

Die ersten offiziellen Informationen in den Fernsehkanälen: „Eine Drohne vom Typ Shahed wurde vom Gebiet Bilgorod aus abgeschossen. Infolgedessen wurde ein Objekt der kritischen Infrastruktur, wo sich eine große Menge Brennstoff befand, im Bezirk Nemischljanskij im Charkiw zerstört“.

Ein wenig später wird über den Tod von Kindern berichtet. Und bis zum Morgen wird das ganze monströse Bild dieser Nacht klar werden.

Einer der russischen Shaheds traf ein Öldepot, Diesel und Benzin vermischten sich zu einer tödlichen Lava, die die Straße hinunterfloss. Häuser und Autos gingen wie Streichhölzer in Flammen auf. Die ganze Kotelnaya-Straße, die die Charkiwer jetzt sicher Pekelnaya-Straße ( Höllenstraße) nennen werden, brannte. Denn es war eine echte Hölle.

Der Boden brannte, obwohl es am Vortag noch geschneit hatte. Eine tote Familie mit drei Kindern – lebendig verbrannt. Vater, Mutter und Kinder: sieben Jahre alt, vier Jahre alt und sechs Monate alt.

Die Verwandten gaben am Morgen DNA-Proben ab, es ist unmöglich die Leichen zu identifizieren, schreiben die Beamten. Die Leiche des Säuglings ist noch nicht gefunden worden.

Sie schreiben, dass 15 Häuser niedergebrannt sind, es gibt sieben Toten, man versucht zwei weitere in der Verbrennungszentrum zu retten.

Schwarzer Rauch bedeckt noch den Himmel über der Stadt.

Ich kann nicht aufhören, an diese Familie zu denken. Ich stelle mir vor, wie die Kinder gestern Abend vor ihrem Haus einen Schneemann gebaut haben. Wie sie lachten, Schneebälle warfen und Engel in den Schnee malten.

Und eine Mutter mit einem Baby auf dem Arm konnte sie nicht zum Abendessen ins Haus locken.

– Kommt schnell nach Hause, ihr seid klatschnass!

Gestern hatten wir so ein tolles Wetter in Charkiw, es hat den ganzen Tag geschneit.

Letzte Woche hat mich ein polnischer Journalist interviewt und mich u.a. gefragt.

– Hanna, was müsste passieren, damit du dem russischen Volk verzeihen kannst?

Nichts, Jakub, nichts mehr.

Kommentar verfassen