„Der Feind muss getötet werden.“ Marina Ponomarenko.

Rusalken sind laut dem slawischen Volksglauben die untote Wesen, die entstehen, wenn Frauen ertrinken. Sie töten Männer, die denen über den Weg gehen. Nach dem Sprengung des Kahovka Dammes wurden viele Dörfer überflutet, nicht alle Dorfbewohner könnten sich retten.

„Der Feind muss getötet werden.“

Rusalka schläft im Leibe der grünen Hütte.

Das Haus liegt unter dem Wasser mit Sand verschüttet.

Ein Gedanke schafft sie aus dem Schlaf zu werfen

Rusalken haben keine Vergangenheit.

Statt sich zu erinnern, tanzen sie in wilder Freiheit.

Wie ein Gebet wiederholt sie: „Der Feind muss sterben“

Sie wiederholt es laut, wofür soll sie sich schämen?

Sie fängt Sonnenstrahlen im Wasser ein, will sie restlos aufnehmen.

Die Sonne strahlt golden auf die Handflächen ein.

Sie denkt:

„Ich muss eine alte Frau gewesen sein,

So eine tollpatschige Froschfrau

Mit vielen Dosentomaten im Bau.

Das Haus hat so viele Erinnerungen, vom Wasser verwaschen,

Die sind so trocken wie gedörrte Birnen und Pilze oder wie eines Greises Lachen.“

Der Fluss fließt. Der Fluss nahm Rusalka ihre Seele.

Die Seele schwimmt jetzt wie ein Wels in der Welle.

Ein großer Wels, davon kann man Bilder malen,

Wie über Jona im Bauch des großen Wales.

Die Nächte im Juni sind sinnlich und Grenzenloses entfachend.

Die Nächte sind dazu da um Liebe und Lagerfeuer zu machen.

„Der Feind muss getötet werden“, –

Aus ihren Lippen rauscht

Ihre Gabe zu sprechen wird nur dazu gebraucht.

Der Vollmond im Himmel ist voll wie ein Becher Milch auf dem Tisch.

Sterne schütten Perlenstaub in den Fluss idyllisch.

Die Rusalka zählt: „Wie viele habe ich schon ertränkt? Heute sind es dreizehn“

Sie dreht sich, fängt an fröhlich zu tanzen.

Leichtfüßig , mit grünen wie Äpfeln Schultern.

Das ganze Dorf ist unter dem breiten Fluss verschwunden.

Wellen gehen über den Fluss wie einst Wolken im Himmelreich.

Ein riesiger Wels wirft sich über das Wasser elegant und leicht


„Ворога треба вбивати“.

Русалка спить у череві зеленої хати

Хата затоплена і замулена

У русалки нема минулого

Замість пам’яті є русалчині танці,

І є думка, з якою вона прокидається

І повторює, наче молитви чи мантри:

„Ворог має вмирати“

Повторює голосно, чого тут соромиться

Ловить у тілі води промені сонця

І сонце, мов золото, з долоні її скрапує

Вона думає:

„Була я, напевне, старою бабою,

Такою незграбою-бабою-жабою

Он скільки в хаті консервованих помідорів

Он скільки спогадів, що їх розмива водою

І все засушене –

як не старечий сміх, то гриби і груші“

Річка тече. Річка забрала русалчину душу

Душа тепер плаває, наче сом, вилупатий-вусатий

Великий сом, можна картини з нього писати

Про того Йону, що ховався в риби у череві

Ночі у червні солодкі та невичерпні

Ночі такі, щоб кохатися і палити ватри

„Ворога треба вбивати“, –

Повторює. І повторює знову

Ніби тільки для цього їй і дарована мова

Повня – мов кухлик із молоком на столі дубовому

Зорі сипляться в річку перлиновим пилом

Русалка лічить: „Скількох я уже втопила?

Сьогодні буде тринадцять“

Вона кружляє в веселому танці

Ноги легкі, плечі мов яблука-симиренки

Річка лежить над селом, широчезна, смиренна

Ніби небо. І хмари-хвилі ідуть чередою

І сом. Величезний сом скидається над водою.

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